Drei Rapper beschreiben in ihren Liedern die brutale Tötung von Polizisten. Nun werden sie wegen Verherrlichung von Gewalt verurteilt.
Berlin - Von hinten gesehen, sind es drei kahl geschorene Köpfe. In der Hass-Rapper-Szene aber sind die jungen Männer Stars. Blokkmonsta, Uzi und Schwartz heißen sie da. In der Szene lassen sie sich gern in harten Posen, mit Waffen und vermummt fotografieren. Sie machen Videoclips und CDs, "Meine AK 47" und "1.Mai Steinschlag" zum Beispiel, sie rappen Zeilen, die im Detail die brutale Tötung von Polizisten beschreiben: "Mit dem Kolben hau' ich zu, Schädelknochen brechen, ich stoß' das Bajonett tief in deine Brust, lass' dich elendig verbluten."
"Die dumme Hure muss sterben": Rapper Raphael B. alias Schwartz. (© Foto: oh)
Anzeige
Im Saal 143 des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten, wo sie sich an diesem Dienstag verantworten müssen, heißen sie Björn D., Tomasz M. und Raphael B. Sie haben nichts von dem Lauten, das auf ihren Homepages schreit, in Bildern, in Texten, Musik, nicht hier. Manchmal halten sie die Köpfe gesenkt. Den drei Rappern des Labels "Hirntot" wird unter anderem Volksverhetzung, Aufforderung zu Straftaten, Bedrohung und Beleidigung vorgeworfen.
Bedroht haben sie auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn, die als Mitglied des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien immer wieder die Texte von sogenannten Gangsta-Rappern als gewaltverherrlichend, rassistisch und pornografisch bezeichnet hatte. Griefahn war es auch, die Radiosender aufforderte, Lieder mit brutalen Texten nicht zu spielen, womit sie selbst zur Zielscheibe wurde. Seitdem wird sie immer wieder in Songs beschimpft. "Die kleine dumme Hure muss sterben", ist so eine Zeile, die die Richterin vorliest, "damit Sie mal einen Eindruck kriegen, wovon wir hier reden".
Björn D., der als Spiritus Rector der Gruppe gilt, sagt, "mir tut das sehr leid mit Frau Griefahn", und "wir haben uns über den Inhalt keine Gedanken gemacht". Er würde sich, "wenn wir CDs machen", an "veröffentlichtes Material" anlehnen, Splatterfilme aus Amerika zum Beispiel. Als der Staatsanwalt ihn auf seine musikalische Entwicklung anspricht, sagt er, dass er gewissermaßen umgestiegen sei, die Gewalt in der Musik richte sich nicht mehr gegen Menschen, sondern gegen Dämonen und Fabelwesen. Björn D. ist 24 Jahre alt und beschreibt sich selbst als impulsiv. Weil er "das unter Kontrolle kriegen und ruhiger werden" wolle, habe er inzwischen 25 Sitzungen bei einer Psychotherapeutin absolviert. Alle drei Angeklagten gaben ihre Taten zu.
Das Gericht verurteilte Björn D. zu zehn Monaten Haft mit Bewährung und einer Geldbuße von 2000 Euro. Die beiden Mitangeklagten erhielten eine Geldstrafe von 1350 Euro beziehungsweise sechs Monate Haft mit Bewährung. Die Liedtexte, so argumentierte das Gericht, verherrlichten brutale Gewalt gegen Politiker und Polizisten. Sie seien wie ein "Futter für Amokläufer, die in ihren Gewaltfantasien angestachelt werden". Die eigentliche Gefahr der Texte liege darin, dass Jugendliche sich damit identifizierten.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(SZ vom 11.06.2008)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
in unser heutigen Gesellschaft sollte auch eine solche Form von Musik und Unterhaltung toleriert werden.
Ich bin jedenfalls fest der Meinung wenn Leute durch solche Musik Gewaltverbrechen oder andere Straftaten begehen, ist das nicht auf diese musikalische Kunst zurück zu führen.
Solche Menschen sind schon vorhin psychsich angeknackst und hätten es früher oder später so oder so getan.
Da könnte dann auch gerade irgendein mainstream commerziell orientierter möchtegern Musiker was vor sich hin leiern.
PS: Wie man meinem text vielleicht entnehmen kann bin ich Fan von solcher Musik und das seit den Wurzeln vor über 4 Jahren.
@buzzer79: Nicht so klein reden. Diese Hasstiraden geht der Jugend ins Ohr wie früher die NS Propagander. Das muß ganz klar Geselschaftlich verurteilt und abgestellt werden. Dazu muß diesen Leuten die Plattform genommen werden. Also raus aus der Bravo, RTLII und dem ganzen Mist. Als Boschido z.B. auf einer Veranstalltung gegen Jugendgewalt und tolleranz gesungen hat war ich sehr erstaunt. Oder würde irgendwer Hayder auf einer Gegen Rechts Veranstalltung reden lassen?
@HansJoachim44: Dieselebe Frage stelle ich mir immer wieder. Diese Gruppen saggen ja ganz offen das sie Krimminelle Vereinigungen bilden also Gangsta Gruppen.
@rellama: Ich komme ursprünglich aus dieser Cliente. Die meisten wissen gar nicht wie Menschenfeindlich und Radikal diese Leute sind. Die sind ebenso gefährlich wie die schlimmsten Na.zis von damals nur ganz ohne Ziele und Plan. Da gehts um Ausgrenzung und Gewalt um des spaßes willen.
Wieso da erst jetzt eingegriffen wird ist mir unbegreiflich, Gewaltbereit, obszön, asozial, so ein Liedergut hatte nicht mal Goebbels und Co zu bieten, Und die Kleinen singen es nach,
ein Spiegel der Gedanken .....Du gleichst dem Geiste, den Du begreifst ...
der kerle...dennoch richtig das so ein unfug verfolgt wird, damit andere nicht auf dumme ideen kommen...