Dubiose Einsiedler-Idylle: Ein Franzose hat seine zwei Söhne entführt und mit ihnen elf Jahre lang glücklich im Wald gelebt, während die Mutter verzweifelt nach ihnen suchte. Jetzt sitzt der Mann in Haft.
Elf Jahre lang lebte er mit seinen beiden entführten Söhnen im Wald, abgeschieden von der Welt, irgendwo am Fuße der Pyrenäen - in einem Holzschuppen. Ende vergangener Woche erkannte ein Dorfbewohner die 17 und 18 Jahre alten Jungen wieder: Er hatte einst Kinderfotos von ihnen auf Fahndungsplakaten gesehen.
Solarzellen auf der Dachterrasse: In diesem Haus hat ein Vater elf Jahre lang mit seinen beiden Söhnen gelebt. Am Freitag wurde die Einsiedler-Idylle beendet. (© Foto: AFP)
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Nun sitzt Xavier Fortin in Haft und glaubt alles richtig gemacht zu haben. Seine Söhne stimmen ihm zu, und auch der Bürgermeister von Massat meint, die drei hätten sich in der Einöde besser ernährt, als wenn sie im Supermarkt einkaufen gegangen wären.
Die Zeichnung von dem 52 Jahre alten Fortin, die während der Vernehmung angefertigt wurde, zeigt einen sehr alt wirkenden Mann mit langem Bart und schulterlangen Haaren, eingewickelt in eine Decke. Die Dorfbewohner, die das französische Fernsehen interviewte, finden kaum etwas ungewöhnlich an dem Eremiten.
"Ganz normal und sympathisch"
Sie kannten und mochten ihn und seine Söhne. "Der hat ein anderes Leben gesucht und sich liebevoll um seine Kinder gekümmert. Er war ja Lehrer und hat ihnen Lesen und Schreiben beigebracht", sagt ein Mann mit grauem Bart. Ein jüngerer Dorfbewohner, etwa im Alter von Pierre und Théo, wie Fortin seine Söhne nannte, ergänzt: "Beide sind ganz normal und sympathisch."
Aktuelle Bilder von ihnen gibt es nicht, nur die alten Fahndungsfotos. Sie zeigen zwei lachende Jungen, Okwari und Shahi'yena, so ihre richtigen Namen, sechs und acht Jahre alt - das Alter, in dem ihr Vater mit ihnen verschwand. Bei der Polizei sagten sie jetzt aus, nie habe ihr Vater ihnen etwas Schlimmes angetan. Statt zur Schule zu gehen, halfen sie ihm, Ziegen und Schafe zu hüten.
Sie waren noch klein, als sich ihre Eltern trennten. Das Gericht sprach der Mutter das Sorgerecht zu, aber Fortin durfte seine Söhne regelmäßig besuchen. Weihnachten 1997 entführte er sie. Ein Gericht verurteilte Fortin 2005 in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft.
Auf Seite 2: Wie die Einsiedler ihr Leben organisierten
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Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Die Aussteiger leben dort weitläufig in einem Tal verstreut und sind sehr freundlich, topfit und unblaublich solidarisch. Anders könnten sie auch nicht überleben. Anfangs siedelten sich ungefähr genauso viele Franzosen wie Deutsche in den alten verlassenen Ställen an, die liebevoll mit viel Mühe zu behaglichen Behausungen umgebaut wurden. Die Franzosen sind dann wegen des mangelnden Komforts grösstenteils in das Dorf mit Elektrizitätsversorgung gezogen.
Notwendiges Salz wird am nächsten Markt im Tausch mit eigenen Produkten eingekauft.
Aber dazu muss man erst mehrere Kilometer durch die Berge zu einem uralten VW-Bus wandern. Dabei sind die gut ausgebildeten Bewohner nicht arm. Vom französischen Kindergeld könnten sie besser leben, aber in keinem Fall haben sie es für sich benutzt. Einmal kam eine Beamtin von einer Aufsichtsbehörde mit der Forderung die Kinder einzuschulen. Die Einwohner hatten noch wochenlang über die Dame gelacht, weil sie sich mit ihren Stöckelschuhen nur beschwerlich und recht unbeholfen durch den tiefen Matsch bewegen konnte. Sie ist unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Es ist keinesfalls so, dass die Eltern sich nicht um die Kinder kümmern. Im Gegenteil sind sie darum besorgt, dass die Kinder selbst enscheiden, welchen Lebensweg sie später einschlagen wollen und geben ihnen möglichst viel mit. Es freut mich umso mehr, dass die beiden bleiben wollen, da die Erwachsenen wegen ihrer Altersversorgung auf Nachwuchs angewiesen sind. Im hohen Alter hat man sich um das Feuer im Haus zu kümmern. Die Kinder hüten die Ziegen und können in den Bergen herumtollen, während die Muskelkraft der Erwachsenen bei steinharter Gartenarbeit, Holzfällen, etc. wirklich gefordert wird.
Das abgefahrendste war aber ein ganz in Wildleder gekleideter Jäger auf seinem Maultier, der mit Pfeil und Bogen bewaffnet in Begleitung eines Rudels Hunde durch die Berge zog. Ein zweites Maultier war mit einer beeindruckenden Ladung Wildschweinfälle beladen. Seine Hütte war entsprechend eingerichtet.
Obwohl ich zum Bleiben eine Hütte angeboten bekam, war mir das Leben dort auch zu hart. Ein paar Wochen Urlaub zur Selbstfindung und als Höhentraining waren wirklich genug. Das der "Einsiedler" gegen Handwerksarbeiten seine Hüttte bezog, kann ich nicht glauben. Alle Arbeiten für andere waren immer freiwillig und solidarisch. Die Menschen dort sind sehr glücklich in der Einfachheit. Das wirklich hervorragende Essen rundet übrigens ein selbstgemachter Preiselbeerwein ab
Es ist immer wieder unglaublich, dass es Elternteile gibt, die ihren Kindern den anderen Elternteil völlig vorenthalten und vermutlich sogar noch schlecht reden.
So etwas ist egoistisch und absolut unfair den Kindern gegenüber.
Einem Freund wurden die beiden Töchter vom Jugendamt und Gericht gegen deren Willen entzogen.
Ein ganz normaler Vater. Nur eine "komische" Mutter.
Er wäre auch gern mit den Kindern weg, aber das dürfen nur Mütter.
Der Vater in Frankreich konnte das auch nur mit seinen Söhnen machen. Stellen wir uns mal vor es wären Töchter.
Staat und Familie das ist wie Wasser und Öl.
Die Mutter wird sich anstrengen müssen. Die Söhne scheinen sie ja in all den Jahren nicht vermisst zu haben.
Tragisch für die Mutter, aber wenn sie tatsächlich eine Versöhnung sucht, dann ist das doch ganz gut so.