Die französische Polizei hat ein Baby aufgespürt, das aus einer Entbindungsstation entführt worden war. Die Täterin: eine vielfache Mutter. Ihr Bruder brachte die Ermittler auf die Spur.
Dank einer Großfahndung hat die französische Polizei ein drei Tage altes Baby wiedergefunden, das eine Frau aus der Entbindungsstation entführt hatte. Die Beamten hätten das Kind gesund und wohlauf in der Wohnung der Entführerin gefunden, teilte die Gendarmerie im Südwesten des Landes am Mittwoch mit.
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Der kleine Diango war am Vortag aus einem Krankenhaus in Orthez verschwunden, als seine Mutter unter der Dusche war. Den entscheidenden Hinweis bekam die Gendarmerie nach eigenen Angaben vom Bruder der Entführerin, der durch die Großfahndung auf den Fall aufmerksam geworden war.
Als seine Schwester ihn angerufen und ihm mitgeteilt habe, dass sie gerade ein Kind zur Welt gebracht habe, sei ihm das "sehr seltsam" vorgekommen, sagte der Mann laut Gendarmerie. Die Beamten hätten die 48-jährige Frau, die selbst sechs Kinder hat, mit dem Baby bei sich zu Hause angetroffen, sagte der Staatsanwalt von Pau, Erick Maurel. Sie habe zunächst behauptet, dass es ihr Kind sei, dann aber die Entführung gestanden.
Das Neugeborene sei offenbar gefüttert und gut behandelt worden. Die Frau wurde in Gewahrsam genommen. Ihr drohen laut Staatsanwaltschaft wegen Kindesentführung bis zu zwanzig Jahre Haft.
Zuvor hatte der Vater des Neugeborenen die Entführerin über die Medien aufgerufen, mit ihm Kontakt aufzunehmen. "Unser Kind schwebt in Lebensgefahr", sagte Sébastien Delgado. Es sei erst drei Tage alt und müsse regelmäßig gestillt werden. Er wolle die Frau "nicht verurteilen", wenn sie das Kind zurückbringe.
Signalwirkung für Europa?
Die Polizei hatte am Dienstagabend landesweit "Entführungsalarm" ausgelöst und die Bevölkerung über Radio und Fernsehen zur Mithilfe aufgerufen. Auch auf Anzeigetafeln in Bahnhöfen und auf Autobahnen wurde nach einer "großen und korpulenten Frau" in schwarzem Mantel gefahndet, die das Krankenhaus laut Augenzeugen mit dem Neugeborenen verlassen hatte.
Frankreich hatte den "Entführungsalarm" 2006 nach US-Vorbild eingeführt. Er geht davon aus, dass es in den ersten 48 Stunden nach dem Verschwinden von Kindern die größten Chancen gibt, sie lebend wiederzufinden. Der Alarm hat in Frankreich schon mehrfach dazu beigetragen, verschwundene Kinder zu finden.
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, nach diesem Vorbild ein europaweites Alarmsystem einzuführen. Deutschland war aber dagegen; Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte vor einer "Reizüberflutung", wenn Bilder von vermissten Kindern aus einzelnen Mitgliedsstaaten europaweit verbreitet würden.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Belgien E-Baby im Internet 24.11.2008
(AFP/grc)
Bundespräsident Gauck in Jerusalem
Ein Land sucht eine Entführerin
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Nicht mehr. Imperfekt in beiderlei Wortbedeutung.
Frau Zypries Begründung ist übrigens der Hammer!