Einen Tag, nachdem bei einem Zusammenstoss zwischen einem Schulbus und einem Regionalexpress sieben Schüler ums Leben kamen, hat die Polizei den Busfahrer verhaftet. Er soll für das seit Jahrzehnten schwerste Busunglück in Frankreich verantwortlich sein.
Ein tragischer Fehler des Busfahrers hat offenbar zu dem Zusammenprall mit einem Regionalzug geführt, bei dem am Montag in den französischen Alpen sieben Kinder ums Leben kamen. Der Fahrer des Schulbusses wurde am Dienstag festgenommen, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.
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Nach Angaben von Augenzeugen hatte er bei sich schließenden Schranken in Mésinges am Genfer See eine rote Ampel überfahren, sodass der Schulbus mit 50 Kindern auf den Gleisen feststeckte.
Sarkozy ehrt die Opfer
Einige Kinder konnten sich retten, indem sie in den vorderen Teil des Busses stürmten. Der hintere Teil wurde bei dem Aufprall des Zuges mit 110 Stundenkilometern fast vollständig zerstört. Dabei wurden auch 25 der 50 Schüler im Alter von zwölf bis 14 Jahren verletzt, drei davon lebensgefährlich. Die Schüler waren auf einem Ausflug zu mittelalterlichen Stätten gewesen.
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ehrte am Dienstag die sieben getöteten Schüler. Begleitet von mehreren Ministern verneigte sich Sarkozy in der Kapelle von Allinges vor den aufgebahrten Leichen. Anschließend verließ er kommentarlos den nahe am Genfer See gelegenen kleinen Ort.
Der Übergang gilt als schwierig, weil direkt vor der Schranke eine Straßenkurve liegt und die Straße ansteigt. Schwere Fahrzeuge setzen zudem öfter auf dem unebenen Grund auf. Der Busfahrer fuhr nach Aussage von Augenzeugen auf die Gleise, als die Warnlampen schon blinkten und konnte das Fahrzeug nicht mehr aus der Falle rangieren.
Debatte über Sicherheit
Der Regionalexpress zermalmte das Heck des Busses. Premierminister François Fillon sprach von einem "Problem der Verantwortung des Fahrers".
Das schwerste Schulbus-Unglück in Frankreich seit mehr als einem halben Jahrhundert löste eine Debatte über die Sicherheit von Bahnübergängen aus. Immer noch gibt es in Frankreich mehr als 17 000 Kreuzungen von Bahnstrecken mit Straßen, von denen rund 350 als riskant gelten. 2007 kamen bei 115 Zusammenstößen 38 Menschen ums Leben.
"Es gibt ein Problem der Sicherheit der Bahnübergänge", sagte Fillon. Pro Jahr ersetzt der Netzbetreiber RFF 100 Übergänge durch Brücken oder Tunnel. Fillon versprach, die Arbeiten zu beschleunigen.
"Wir haben nicht das Ziel, alle Bahnübergänge zu beseitigen", sagte RFF-Sprecher Thierry Jankowski dem Figaro. Das sei zu teuer und mit zu aufwendigen Arbeiten verbunden.
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(dpa/AP/grc)
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