Von Michael Kläsgen

Ein in Frankreich brutal ermordeter Elfjähriger könnte Opfer eines Serientäters mit religiösen Wahnvorstellungen geworden sein.

Im brutalen Mordfall des elfjährigen Valentin, der in ganz Frankreich Entsetzen ausgelöst hat, gibt es einen schrecklichen neuen Verdacht: Der mutmaßliche Täter Stéphane Moitoiret, der den Jungen Ende Juli in einem Vorort von Lyon mit mehr als 40 Messerstichen getötet haben soll, könnte für viele, möglicherweise Dutzende ähnlich brutale Morde verantwortlich sein.

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Stephane Moitoiret wird verdächtigt, den 11-jährigen Valentin, der Ende Juli in Ostfrankreich tot aufgefunden wurde, ermordet zu haben. (© Foto: AFP)

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Moitoiret, ein Herumtreiber, der religiösen Wahnvorstellungen nachhängen soll, wird nun verdächtigt, ein psychopathischer Serienmörder zu sein. Den Ermittlern kam dieser Verdacht, weil die Brutalität beim Mord an dem Elfjährigen der Vorgehensweise bei vier weiteren, bisher ungeklärten Bluttaten stark ähnelt.

Da ist zum einen der Mord an der 20-jährigen Marine Boisseranc vor drei Jahren, deren Tötung mit etlichen Messerstichen ebenfalls einer Hinrichtung gleichkam. Ihr Vater behauptet: "Das Vorgehen des Täters ist das gleiche." Ähnlich grausam starb 1995 ein Transvestit im Rhônetal. Dies ist der am weitesten zurückliegende Fall im Puzzle der Ermittler.

Einer der jüngsten rätselhaften Morde liegt erst ein Jahr zurück. Dabei hinterließ der Täter beim brutalen Mord an einer Frau in Compiègne eine DNS-Spur, die nun entschlüsselt wird. Und dann ist da der Mord an einem Priester im selben Dorf, in dem Moitoirets Mutter noch heute lebt.

Die Mutter äußerte sich bereits in einem Interview mit der Zeitung Le Parisien über das angeblich gestörte Seelenleben des Stéphane Moitoiret. Bis zum 17. Lebensjahr sei ihr Sohn "ein netter Junge" gewesen. Er habe, wenn auch erfolglos, eine Konditorlehre begonnen, und alles schien in geordneten Bahnen zu verlaufen. Doch dann sei der Vater gestorben, und Moitoiret habe noch im selben Jahr die neun Jahre ältere Noëlla kennengelernt. Von da an habe sie ihren Sohn nicht wiedererkannt.

Die Freundin und der heute 39-Jährige seien von Beginn an unzertrennlich gewesen. Per Anhalter seien sie seither quer durch Frankreich und Italien gefahren, hätten in Dorfkirchen übernachtet und den Kontakt zur Mutter weitgehend abgebrochen. Wenn beide mal ein paar Tage zu Besuch gekommen seien, hätten sie sich eingeschlossen, auch tagsüber.

"Sie haben sich verfolgt gefühlt", erklärte die Mutter in dem Interview kurz nach der Verhaftung Moitoirets. Der Blick ihres Sohnes sei leer gewesen, die Augen hinter langen schwarzen Haaren verborgen. "Manchmal lebte er in einer anderen Welt", erinnerte die Mutter sich.

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