Frankreich Ermittler gehen nach Angriff in Marseille nicht von Terror aus

Ein Mann lenkt ein Auto in zwei Bushaltestellen, ein Mensch wird getötet, ein weiterer schwer verletzt. Die Polizei nimmt einen Tatverdächtigen fest.

Im Abstand von einer Stunde ist ein Mann mit einem Nutzfahrzeug in zwei Bushaltestellen in Marseille gefahren. In der Gegend am alten Hafen wurde dabei ein Mensch wurde getötet, ein weiterer verletzt. Bei dem Todesopfer soll es sich einem Medienbericht zufolge um eine 42-jährige Frau handeln, die Verletzte ist demzufolge eine 29-Jährige. Ein 35-jähriger Mann sei später festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der nationalen französischen Polizei. Hinweise auf einen Terrorakt gebe es bislang nicht.

Bei dem Verdächtigen sei ein Schreiben im Zusammenhang mit einer psychiatrischen Klinik gefunden worden, "und wir orientieren uns eher in Richtung dieser Spur", sagte Staatsanwalt Xavier Tarabeux.

Beim Nachrichtensender BFMTV hieß es, ein Zeuge habe das Nummernschild notiert, dadurch habe die Polizei das Tatfahrzeug schnell finden und den Fahrer festnehmen können. Der Sender Franceinfo berichtete, der Verdächtige sei der Polizei wegen Drogenhandels, Diebstahls und Waffenbesitzes bekannt gewesen. Die Geheimdienste, die in Frankreich mutmaßliche islamistische Gefährder erfassen, hätten ihn jedoch nicht gekannt.

In Frankreich gilt nach wie vor der Ausnahmezustand, Ermittler und Polizisten haben besonders hohe Befugnisse.