Frankfurt an der Oder Mutter der neun toten Babys erneut vor Gericht

Der Prozess gegen die Mutter der neun toten Babys aus dem brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd wird neu aufgerollt. Der Bundesgerichtshof bestätigte den Schuldspruch, die Richter müssen aber das Strafmaß neu bestimmen.

Die Mutter der neun getöteten Babys, deren sterbliche Überreste im Sommer 2005 im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd gefunden worden waren, muss sich seit am Donnerstag erneut vor Gericht verantworten.

Angeklagte; Prozess um neun tote Babys von Brieskow-Finkenheerd; ddp

Die Angeklagte Sabine H. sitzt im Gerichtssaal 007 des Landgerichts Frankfurt/ Oder (Archivbild vom 30.05.06).

(Foto: Foto: ddp)

Das Landgericht Frankfurt an der Oder muss das Strafmaß gegen Sabine H. neu bestimmen. Die Angeklagte war im Juni 2006 wegen achtfachen Totschlags durch Unterlassen zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil im Kern, verwies das Verfahren jedoch wegen des Strafmaßes an das Landgericht zurück.

Mehrere psychiatrische Gutachter sollen in dem auf zunächst drei Prozesstage angesetzten Verfahren noch einmal die Schuldfähigkeit der Angeklagten beurteilen. Die angeblich alkoholkranke Frau hatte angegeben, sich vor den Entbindungen jeweils bis zum Kontrollverlust betrunken zu haben.

Das Gericht war dieser Darstellung bei der Strafzumessung nicht gefolgt. Die Verteidigung hatte im Vorfeld des neuen Verfahrens in Aussicht gestellt, Sabine H. werde sich erstmals vor Gericht zu den Vorwürfen äußern. Die Frau war nur wegen achtfachen Totschlags verurteilt worden, da die erste der zwischen 1989 und 1998 begangenen Taten nach DDR-Recht bereits verjährt war.