Wahrscheinlich war es doch kein Blitz: Ursache für den Flugzeugabsturz vor der libanesischen Küste soll gewesen sein, dass der Pilot soll Anweisungen des Towers nicht befolgt haben.

Der Pilot des vor der libanesischen Küste abgestürzten Passagierflugzeugs hat vor dem Unglück die Anweisungen des Towers ignoriert. Er habe plötzlich die Flugrichtung geändert, anschließend sei die Maschine vom Radar verschwunden, erklärte das libanesische Verkehrsministerium. Experten vermuten, dass der Pilot nach dem Start bei stürmischem Wetter die falsche Richtung eingeschlagen hat. "Der Kontrollturm wies ihn an, nach rechts zu schwenken, um dem Gewitter auszuweichen", sagte der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr. "Stattdessen flog das Flugzeug in die entgegengesetzte Richtung."

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Immer mehr Wrackteile der vor der libanesischen Küste abgestürzten Passagiermaschine werden gefunden. Auch mehr als 20 Leichen sind bereits geborgen. (© Foto: AP)

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Unmittelbar nach dem Absturz war noch vermutet worden, dass die mit 90 Menschen besetzte Maschine der Ethiopian Airlines wegen eines Blitzeinschlags unmittelbar nach dem Start in Beirut ins Meer gestürzt sei. Zur Flugzeit gegen 2.30 Uhr morgens hatte im Libanon schlechtes Wetter geherrscht.

Experten schlossen aber weitgehend aus, dass die Boeing 737-800 wegen eines Blitzeinschlags abgestürzt war. Die Flugzeughülle bestehe aus Metall oder enthalte ein upfernetz, so dass sie einen Faradayschen Käfig bilde, sagte etwa der Blitzforscher Wolfgang Zischank von der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München.

Auch einen Tag nach dem Absturz der Boeing der Ethiopian Airlines mit 90 Menschen an Bord gab es keine Hinweise auf Überlebende. Unmittelbar nach dem Absturz war eine breit angelegte Suche nach Überlebenden, Leichen und Wrackteilen im Mittelmeer vor der libanesischen Küste eingeleitet worden. Das deutsche Versorgungsschiff Mosel übernahm die Koordinierung der Suche. Auch Boote und Hubschrauber der libanesischen Marine und ein italienischer Polizeihubschrauber suchten das Meer in Schleifen ab, um mögliche Überlebende zu orten.

Warum der Pilot den Instruktionen des Towers zunächst folgte, dann aber abrupt und schnell den Kurs änderte und in die Gegenrichtung flog, ist unklar. Aufschluss über die Vorgänge vor dem Unglück soll nun die Black Box geben. Einsatzkräfte suchen weiterhin nach ihr und dem Flugschreiber der Maschine. Unterstützt werden sie unter anderem von Fachleuten der Vereinten Nationen.

Einen Terroranschlag schließen die Behörden nach wie vor aus. Ethiopian Airlines erklärte am Montagabend, der Pilot habe mehr als 20 Jahre Flugerfahrung. Einsatzkräfte bargen bisher mehr als 20 Leichen.

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(sueddeutsche.de/dpa/abis)