Flugzeugabsturz Überlebende aus Unglücksmaschine in Kolumbien gerettet

  • Die Maschine ist auf dem Weg von Santa Cruz in Bolivien nach Medellín in Kolumbien abgestürzt.
  • Unter den insgesamt 77 Insassen war auch das Erstliga-Team des brasilianischen Fußballvereins Chapecoense.
  • Drei Fußballspieler, zwei Crewmitglieder und ein Journalist überlebten.

Beim Absturz eines Flugzeugs sind 71 Menschen in Kolumbien gestorben, darunter 19 Profis des brasilianischen Fußballteams Chapecoense. Die Mannschaft sollte in Medellín das Finalhinspiel des Südamerika-Cups gegen Atlético Nacional Medellín bestreiten. Als mögliche Ursache nannte die kolumbianische Luftfahrtbehörde Treibstoffmangel. Zunächst waren die Behörden von 75 Toten ausgegangen, aber anders als geplant hatten vier Passagiere die Reise nicht angetreten. Sechs Menschen überlebten: drei Spieler, zwei Crewmitglieder und ein Journalist. Die für die Ursachensuche wichtigen Blackboxes konnten geborgen werden.

Die Maschine mit der Flugnummer LMI2933 startete im brasilianischen São Paulo und flog über Santa Cruz in Bolivien nach Kolumbien. Am Montagabend stürzte sie in der Nähe der kolumbianischen Stadt Medellín ab. Die Piloten sollen vor dem Unglück Probleme mit der Elektronik der Maschine gemeldet haben. Nach Angaben der Website Flightradar 24, die Flüge in Echtzeit verfolgt, sei das letzte Signal auf einer Höhe von 15 500 Fuß (etwa 5000 Meter) empfangen worden, 30 Kilometer vom Flughafen entfernt.

Der Bürgermeister von Medellín, Federico Gutiérrez, sprach in einem Radiointerview von einer "Tragödie riesigen Ausmaßes". Rettungskräfte befänden sich auf dem Weg zur Unglücksstelle. Ein Hubschrauber der Luftwaffe musste wegen schlechter Sicht kehrtmachen. Die Gegend rund um die Stadt ist bergig. Zum Unglückszeitpunkt hatte es in Kolumbien heftige Regenfälle und Gewitter gegeben.

Zu den Geretteten soll Abwehrspieler Alan Ruschel gehören. Auf Bildern war zu sehen, wie Ruschel auf einer Trage ins Krankenhaus San Juan de Dios in La Ceja gebracht wurde. In der Ortschaft La Unión, 25 Kilometer vom Unglücksort entfernt, würden außerdem zwei Torhüter des brasilianischen Erstligisten behandelt, berichtete das Nachrichtenportal Mi Oriente. Die Mannschaft des brasilianischen Erstliga-Vereins Chapecoense sollte am Mittwoch in Medellín das Hinspiel im Finale des Vereinswettbewerbs Copa Sudamericana gegen Atlético Nacional áus Medellín bestreiten. Der Wettbewerb ist nach der Copa Libertadores der zweitwichtigste Clubwettbewerb in Südamerika.

Auf Twitter werden Bilder von der Unfallstelle verbreitet:

Die Maschine gehört zur bolivianischen Fluggesellschaft LaMia. Es handelt sich um ein Kurzstreckenflugzeug des Typs Avro RJ85 mit der Registriernummer CP-2933, das 1999 in Dienst gestellt wurde. Es ist ein Kurzstreckenregionalflugzeug mit vier Triebwerken.