von Sebastian Schoepp

Ein Pilotenfehler ist wohl für das Flugzeugunglück in Sao Paulo mit fast 200 Toten verantwortlich. Ein Protokoll

Offenbar hat ein Pilotenfehler zu der Katastrophe auf dem Flughafen Congonhas geführt. Das schließen die Ermittler aus der Position des Hebels in der Steuerungseinheit für die Triebwerke, die in den Trümmern gefunden wurde. Der Hebel für das rechte Triebwerk stand auf "Steigen" statt - wie bei Landungen nötig - im Leerlauf.

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Am Mittwoch wurden die Tonaufzeichnungen der letzten Sekunden im Cockpit bekannt, die belegen, dass es auch technische Probleme gab. Die Untersuchungskommission des Parlaments zögert deshalb, den Piloten alleine die Schuld zu geben. So landete das Flugzeug mit nur einer Schubumkehr, Bremsklappen funktionierten offenbar nicht richtig.

Auch ein Fehler des Bordcomputers wird nicht ausgeschlossen. Zudem waren auf der Landebahn von Congonhas die Ablaufrillen für Regenwasser noch nicht hergestellt. Nach den Aufzeichnungen des Stimmrekorders machte die Besatzung bei der Landung auf mögliche Probleme aufmerksam:

Pilot 1: Denken Sie dran, wir haben nur eine Schubumkehr.

Pilot 2: Ja, wir haben sie nur auf der linken Seite.

Tower: Drosseln Sie die Geschwindigkeit, so stark Sie können.

Die Piloten erkundigen sich nach dem Zustand der Landebahn.

Tower: Sie ist nass und noch rutschig.

Man hört lautes Motorengeräusch, das Flugzeug setzt auf.

Pilot 1: Nur Schubumkehr eins. Bremsklappen nichts.

Pilot 2: Sieh dir das an! Brems ab! Brems ab!

Pilot 1: Ich schaff's nicht, ich schaff's nicht. Oh mein Gott, oh mein Gott!

Pilot 2: Geh! Geh! Dreh! Dreh! Dreh!

Rumpeln im Cockpit, Stimmengewirr, Schreie.

Tower: Oh nein!

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(SZ vom 3.8.2007)