Flensburg Polizei räumt autonomes Kulturzentrum in Flensburg

Polizei räumt autonomes Kulturzentrum Einsatzkräfte der Polizei klettern am 03.02.2016 während der Räumung des autonomen Kulturzentrums Luftschlossfabrik in Flensburg (Schleswig-Holstein) auf das Gebäude. Mit Wasserwerfern und zahlreichen Einsatzkräften hat die Polizei mit der Räumung des autonomen Kulturzentrums Luftschlossfabrik begonnen. Vermummte bewarfen die Beamte während des Einsatzes mit Böllern und Holzlatten. Foto: Benjamin Nolte/dpa (zu ´Polizei räumt autonomes Kulturzentrum in Flensburg") +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)
  • In Flensburg räumt die Polizei ein von Autonomen besetztes Kulturzentrum.
  • Die Beamten treffen auf massive Gegenwehr. Sie setzen Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge ein.
  • Das Kulturzentrum wurde seit etwa zwei Jahren illegal genutzt.

220 Beamte, Wasserwerfer, gepanzerte Sonderwagen

Die Polizei in Flensburg hat ein autonomes Kulturzentrum gegen massiven Widerstand von etwa 20 Besetzern mit Gewalt geräumt. Dabei wurden 17 Menschen festgenommen. "Die Polizei wurde mit Steinen beworfen, alle Zufahrten waren barrikadiert", sagte der zuständige Polizei-Einsatzleiter. "Mit so massiven Gewalttätigkeiten haben wir nicht gerechnet." Die Polizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs. Sie war am Mittwochmorgen mit insgesamt 220 Beamten, Wasserwerfern und gepanzerten Sonderwagen angerückt.

Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber (SSW) verteidigte die vollständige Räumung des Kulturzentrums Luftschlossfabrik am Harniskai. "Die Stadt hat schon viel Geduld und Ausdauer gezeigt. Ich halte nichts davon, sich immer weiter hinzuhalten", sagte Faber. Etwa ein Dutzend überwiegend jüngerer Menschen hatte seit etwa zwei Jahren Gebäude und Gelände illegal genutzt.

Grüne kritisieren Vorgehen der Stadt

"Die hochgerühmte Kreativität ist ein spannendes Ziel - aber für alle. Und nicht für einige, die meinen, das für sich gepachtet zu haben", sagte Faber. Er versprach einen offenen Ideenwettbewerb zur Nutzung des Areals, auf dem sich ursprünglich eine Firma für Flugboote ansiedeln sollte. Anschließend lag das Gelände brach.

"Erst räumen und dann Dialog anbieten", hatte sich eine Sprecherin der Luftschlossfabrik empört. Der Grünen-Fraktionsvize im Landtag, Rasmus Andresen, kritisierte Faber. Die Räumung zeige, wie engstirnig Flensburger Kulturpolitik und Stadtplanung betrieben werde.

Vermummte warfen mit Böllern, Holzlatte und Farbbeuteln

Nachdem gepanzerte Fahrzeuge die Barrieren aus Paletten und Autoreifen durchbrochen hatten, zogen sich die Autonomen in einen Gebäudekomplex zurück. Vermummte bewarfen die Beamten anderem mit Böllern, Holzlatten, Farbbeuteln und Feuerlöschern.

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Polizisten stießen die Scheiben eines Gebäudes ein und stürmten den Komplex. Mehrere Autonome wurden der Polizei zufolge festgenommen. Auch eine Gruppe, die sich vor Ort an einen Betonblock unter einer Holzpyramide angekettet hatte, wurde abgeführt.

Da ein Gericht den Pächter verpflichtet hatte, das Gelände geräumt der Stadt zu übergeben, habe die Polizei den damit beauftragten Gerichtsvollzieher unterstützt, sagte ein Sprecher der Stadt Flensburg. Der Gemeinderat billigte dieses Vorgehen. Die technischen Betriebe der Stadt und ein Abrissunternehmen haben bereits damit begonnen, Gebäude und Abfall zu beseitigen.