Das Bundesverbraucherministerium sieht derzeit keine Gefahr durch Dioxin-verseuchtes Schweinefleisch aus Irland.

Wahrscheinlich weit mehr als 1000 Tonnen möglicherweise Dioxin-verseuchtes Schweinefleisch aus Irland sind nach NRW gelangt. "Derzeit gehen wir von mindestens 1000 Tonnen aus", sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Montag in Düsseldorf. Betroffen seien einige größere Fleischverarbeiter im Land. Die tatsächliche Liefermenge könnte aber noch weiter nach oben gehen. Irland hatte das Schweinefleisch am Sonntag zurückgerufen, nachdem in Schlachtfleisch einiger Farmen überhöhte Werte des krebserregenden Dioxins festgestellt worden waren.

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Nach Informationen des Kreises Borken, in dem zwei Fleisch-Zerlegebetriebe betroffen sind, wurden im fraglichen Zeitraum seit dem 1. September allein 1400 Tonnen aus Irland angeliefert. Die beiden Unternehmen hätten sich bereits am Sonntag bei den Behörden gemeldet.

Trotz des Dioxin-Skandals in Irland plant die EU-Kommission vorerst kein Importverbot für Schweinefleisch. "Die von den irischen Behörden ergriffenen Maßnahmen werden als ausreichend betrachtet", sagte eine Sprecherin am Montag in Brüssel. Die zehn mit verseuchtem Futtermittel belieferten Schweinezüchter in Irland dürften kein Schlachtvieh mehr auf den Markt bringen. Die übrigen EU-Staaten seien angehalten, alle seit dem 1. September aus Irland importierten Schweinefleischprodukte zu testen.

In mindestens 21 Staaten wurde bereits mit Dioxin verseuchtes Schweinefleisch aus Irland entdeckt, wie die Kommission weiter mitteilte. Neben Deutschland seien Italien, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Polen, Estland, Schweden, Dänemark, Zypern, Portugal, die Schweiz, die USA, Kanada, Russland, China, Hongkong, Japan, Singapur und Korea betroffen.

EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou kündigte für Montagnachmittag eine Sitzung mit Vertretern der zuständigen Behörden aus den Mitgliedstaaten an. Zudem habe sie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, um eine Einschätzung der von dem verseuchten Fleisch ausgehenden Gefahren für die Gesundheit gebeten.

Veterinäre in mehreren Landkreisen in Nordrhein-Westfalen seien derzeit damit beschäftigt, Lieferwege und -listen zu prüfen. Das Fleisch aus dem Kreis Borken sei nach der Zerlegung an fleischverarbeitende Betriebe weitergeliefert worden. Im ebenfalls in die Untersuchungen involvierten Kreis Gütersloh, in dem zahlreiche deutschlandweit agierende Fleischbetriebe ansässig sind, sind "mehrere Betriebe" betroffen, wie ein Sprecher sagte.

Ob das Fleisch auch in die Regale des Handels gelangte, konnten weder der Ministeriumssprecher noch die Kreissprecher zunächst sagen. Zur genauen Klärung habe das Ministerium eine Arbeitsgruppe beim Landesamt für Verbraucherschutz eingerichtet. Unklar sei auch, wann genaue Informationen über den Verbleib des Fleisches vorlägen.

Das Bundesverbraucherministerium sieht derzeit keine Gefahr durch Dioxin-verseuchtes Schweinefleisch aus Irland. Bei den Lieferungen handle es sich um Schweinehälften oder Teilstücke, nicht um verarbeitetes Fleisch wie Würste oder Pizzafleisch, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Quelle der Verunreinigung ist nach ersten Erkenntnissen der Behörden ein Tierfutter-Hersteller aus dem Südosten Irlands.

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(dpa/jüsc)