Brennende Kerzen, Tannenbäume und Gasherde: Die Feuerwehr registriert eine "erschreckende Häufung von Bränden" - mindestens 18 Menschen sterben durch Feuer, Gas oder Rauch.
Mindestens 15 Menschen sind über die Feiertage in Deutschland bei Bränden gestorben, drei weitere kamen bei einem Gasunfall ums Leben. Außerdem wurden bei zahlreichen Bränden Dutzende Menschen verletzt. Die Toten zwischen Heiligabend und Sonntag waren in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen zu beklagen.
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Bei einem Wohnhausbrand in Unna starben in der Nacht zum Freitag fünf Menschen. Insgesamt registriert die Feuerwehr über die Weihnachtsfeiertage mindestens 18 Tote durch Feuer, Gas und Rauch. (© Foto: ddp)
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Der schlimmste Brand wütete am Freitagmorgen, dem ersten Feiertag, im nordrhein-westfälischen Unna, wo fünf Angehörige einer Familie in den Flammen starben. Ursache war nach ersten Ermittlungen der Defekt an einem nicht näher bezeichneten technischen Gerät. In einem Altenheim in Herten, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, starb am ersten Feiertag ein 64-Jähriger - die Feuerwehr entdeckte die Leiche im Rollstuhl, nachdem sie die Flammen in dem Heim gelöscht hatte.
In Hannover verbrannte am Freitagabend eine 33-Jährige auf ihrem Balkon vor den Augen ihrer Nachbarn. Anwohner des Mehrfamilienhauses hatten zuvor noch Matratzen auf den Boden gelegt und die Frau zum Springen aufgefordert. Sie sei jedoch auf dem Balkon im zweiten Stock stehen geblieben. In Bad Bevensen starb ein 69 Jahre alter Mann an einer Rauchgasvergiftung. Bei diesen beiden Feuern in Niedersachsen sollen brennende Kerzen oder Adventsschmuck die Ursache gewesen sein.
Mehr Brände als in den letzten Jahren
Bereits an Heiligabend starb ein 52 Jahre alter Obdachloser im brandenburgischen Wandlitz bei Berlin in einem brennenden Bauwagen, den er als Notunterkunft nutzte. Zuvor war dort ein 67-Jähriger ums Leben gekommen, dessen Bungalow in Flammen aufging.
Tückisches Gas tötete an Heiligabend in Frankfurt am Main eine Mutter, 33, und ihre 10 und 13 Jahre alten Söhne. Ursache war vermutlich ein defekter Gasbrenner. Im Blut der Opfer fanden Gerichtsmediziner eine hohe Konzentration von Kohlenmonoxid. Der 43 Jahre alte Vater lag bewusstlos neben den Toten, als alarmierte Polizisten die Familie aus Eritrea fanden.
Aus Sicht der Feuerwehren gab es in diesem Jahr zu Weihnachten "eine erschreckende Häufung" von Bränden, die im Vergleich zu den vergangenen Jahren "einmalig" sei, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Hans-Peter Kröger, am Sonntag. "Der Deutsche Feuerwehrverband sieht sich deshalb in seiner Forderung nach einer gesetzlichen Einbaupflicht für Rauchwarnmelder in Privatwohnungen in allen Bundesländern bestätigt. Bislang ist dies erst in acht von 16 Bundesländern der Fall."
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(SZ vom 28.12.2009/abis)
Analyse des DFB-Kaders
Anstatt dieser unsinnigen "Umweltzonen" sollte man wirklich Rauchmelder obligatorisch machen. Das macht wenigstens Sinn.
Ein Rauchwarnmelder hilft einem auch nichts, wenn man seinen furztrockenen Weihnachtsbaum abfackelt, weil man schlicht und ergreifend nicht die grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Feuer beachtet...