Sie träumte vom Sieg - und wurde in einer BBC-Show nur Zweite. Da musste die singende schottische Hausfrau Susan Boyle in die Klinik.
Sie wurde nur Zweite in dem TV-Sangeswettberwerb, der ihr alles bedeutete: Den Autstieg von ganz unten, den Ruhm. Die überraschende Niederlage war dann zu viel für den britischen Kultstar Susan Boyle - sie ist am Sonntagabend in eine Privatklinik in London gebracht worden.
Ihr Talent reichte nicht für Platz eins in der Show der BBC: Susan Boyle. (© Foto: APF)
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Offenbar ist die 48-jährige Amateursängerin völlig erschöpft gewesen. Susan Boyle wurde mit einem Krankenwagen aus ihrem Hotel in eine Privatklinik gebracht worden. Die Klinik wollte nach Angaben des britischen Fernsehsenders BBC keine Auskünfte geben.
Die schottische Hausfrau war im Finale der TV-Show "Britain's Got Talent" am Samstagabend gescheitert - einem Format, das in Deutschland als "Das Supertalent" unter Leitung von Dieter Bohlen auf RTL gegeben wurde. Die stimmgewaltige Frau unterlag vor einem Millionenpublikum an den Fernsehbildschirmen der zehnköpfigen Tanzgruppe "Diversity".
Dabei war Boyle als Favoritin in die Schlussrunde mit zehn Teilnehmern gegangen. Sie galt schon als weiblicher Paul Potts - der Brite hat es bei einem ähnlichen Wettbewerb zu Weltruhm gebracht. Die TV-Zuschauer wählten sie aber nur auf Platz Zwei.
Mit der getragenen Präsentation des Liedes "I Dreamed A Dream" aus dem Musical "Les Miserables" konnte Boyle in der Gunst des Publikums nicht mit der dynamischen und akrobatischen Tanzshow von "Diversity" mithalten.
Jetzt braucht die zweite Siegerin erst einmal Ruhe. Schon gegen Ende der vorigen Woche hatte es ausgesehen, als ob Rummel und Ruhm der bescheidenen Schottin allmählich etwas zu viel zu würden. Sie geriet aus der Fassung, als sie von zwei Journalisten bedrängt wurde. Nach Angaben eines Jurymitglieds hatte sie sogar daran gedacht, aus der Show auszusteigen.
Beginn einer Karriere?
Der schottische Regierungschef Alex Salmond rügte am Sonntag die Medien: Es gebe Elemente in den Medien, die sich einen Spaß daraus machten, Leute aufzubauen und wieder nach unten zu ziehen, sagte er in der BBC.
Susan Boyle wird wieder vor der TV-Kamera erscheinen, garantiert. Für die zum Kultstar aufgestiegene Boyle dürfte die Karriere trotz der Niederlage im Finale erst richtig beginnen.
Sie wolle ein Album herausbringen, sagte die zurückhaltende 48-Jährige im Sender ITV. Die arbeitslose Schottin war immerhin als Publikumsliebling und klare Favoritin ins Finale gegangen. Von ihrer Nervosität der vergangenen Tage war bei Boyles Auftritt am Samstag nichts mehr zu spüren. Sie wirkte in einem glamourösen, bodenlangen Kleid motivierter und lebhafter als bei ihren bisherigen Auftritten.
Die Mühen hätten sich "wirklich gelohnt", erklärte sie auf der Bühne.Als die Gewinner bekanntgegeben wurden und fest stand, dass sie nur Zweite wurde, wirkte Boyle fast erleichtert. Sie zeigte sich als faire Verliererin, gratulierte und erklärte, die Besten hätten gewonnen.
Insgesamt zehn Finalisten kämpften bei der Fernsehshow vor einem Millionenpublikum um den Sieg. Auf die Gewinner warten nun 100.000 Pfund (rund 114.000 Euro) und ein Auftritt vor Königin Elizabeth II.
Die Geburt eines Youtube-Stars
Boyles erster Auftritt bei "Britain's Got Talent" im April wurde im Internet über 220 Millionen Mal abgerufen und schoss auf der Liste der am häufigsten gesehenen Videos bei YouTube auf dem fünften Platz hoch. Boyle hatte damals für Aufsehen gesorgt, da sie den Schönheitsidealen der Fernsehwelt trotzte und mit störrischer Frisur und biederem Kleid auftrat.
Seither war ihr Gesicht nicht mehr aus der britischen - und internationalen - Boulevardpresse wegzudenken. Sogar bei US-Talkshow-Queen Oprah Winfrey war sie vor Millionenpublikum zu Gast. Das Halbfinale - da war Boyle schon gestylt, die buschigen Augenbrauen gezupft und das Haar getönt - fachte die Begeisterung noch weiter an.
In ihrer Heimatstadt Blackburn fieberten die Einwohner am Samstagabend mit Boyle mit. Freunde und Nachbarn verfolgten die Show in Pubs und signalisierten mit Plakaten Unterstützung. Boyle sei "ein liebenswertes Mädchen, und sie wird ihre Sache ordentlich machen, egal was passiert", sagte die Nachbarin Margaret Yule: "Susan geht es ums Singen, und Ruhm und Geld werden sie nicht verändern."
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/jja)
Frauen in Saudi-Arabien
Ich les immer schottische Hausfrau. Warum schreibt man nicht die Wahrheit? Weibliche langzeitarbeitslose Sozialhilfeempfängerin nach Aus in Talentshow, nervlich am Ende, bzw. in Nervenklinik. Man könnte meinen:.. so schließt sich der Kreis.
Jeder wusste, dass die Hausfrau gewinnen würde und jetzt sucht man nach Gründen, weshalb dies nicht so war. Dabei ist es so einfach:
Solche Sendungen sind nicht real, sondern gut durchorganisiert. Man bekommt von den Telefonaten viel Geld und im wettbegeisterten England setzte eine riesige Mehrheit auf Sieg. Da wäre es doch dumm, wenn die Macher dem entsprechen würden ;-)
Übrigens seltsam, dass vorher niemand diese tolle Stimme bei Susan B. gehört hatte.
Dazu passt das Zitat von Tom Doch: "Ist doch nur TV - nicht die Wirklichkeit"