"Charmant und äußerst geschickt": In den USA erschleicht ein Obdachloser mehr als 100.000 Dollar von vermögenden Single-Frauen.
Liebe macht bekanntlich blind - und sehr leichtgläubig. Diese schmerzhafte Erfahrung mussten jetzt auch acht Millionärinnen in den USA machen. Über 100.000 Dollar ließen sie sich abknöpfen. Von einem Obdachlosen.
Geld liegt nicht auf der Straße. Doch ein Obdachloser erschwindelte sich mithilfe seines Charmes mehr als 100.000 Dollar. (© Foto: AP)
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Alles, was der 50-jährige Paul K. dafür benötigte, war ein Laptop und sehr viel Charme. Er hatte sich einfach ins Web-Portal millionairematch.com eingeschmuggelt.
Unter dem Mitgliedsnamen "Imreadyru2007" gab er sich auf der Single-Börse für Millionäre als berühmter Musikmanager aus.
Er habe bereits mit Michael Jackson und Quincy Jones gearbeitet und auch für den Grammy sei er nominiert, ließ er interessierte Bewerberinnen wissen.
Ein Mann mit Promi-Potential. Das gefiel den Millionärinnen. Sie meldeten sich reihenweise. Auch durch seine finanziellen Schwierigkeiten, in denen er nach seiner Scheidung angeblich steckte, ließen sie sich nicht abschrecken. Geld hatten sie schließlich selbst genug.
Und so zeigten sich viele Damen denn auch sehr generös, als ihr neuer Schwarm im Herbst vergangenen Jahres Investoren für eine neue Firma zur Produktion von DVDs suchte. Sogar Männer fielen auf seine Masche herein. Insgesamt 13 Mitglieder meldeten sich und schickten, wie von K. gefordert, jeweils bis zu 20.000 Dollar an die Adresse seiner Ex-Ehefrau in Souderton, Pennsylvania.
Äußerst charmant - und sehr geschickt
"Ich weiß auch nicht, was mit mir los war", sagte ein Opfer aus Kalifornien der Chicago Tribune. Normalerweise frage sie vor einer Investition immer zuerst ihren Berater. Aber K. sei eben äußerst charmant gewesen - und sehr geschickt.
Er spickte seine Geschichte mit vielen Details, plauderte über seine Ex-Ehefrau, seine Tochter und ein paar misslungene Projekte. Bei manchen Opfern meldete er sich sogar aus Schottland, wo er angeblich gerade mit Michael Jackson im Studio arbeite. Bei seiner Festnahme fand die Polizei heraus, dass er gar keinen Pass besitzt.
Auch vor regelmäßigen Treffen schreckte Paul K. nicht zurück. Doch das wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Denn einer Dame fiel auf, dass er ungewöhnlich viele VIP-Accounts in Kasinos besaß. Sie schöpfte Verdacht und alarmierte die Polizei.
Jetzt bereitete die Polizei dem Treiben des falschen Musikmanagers ein Ende. Als er sich mit seiner VIP-Karte in einem Spielkasino in Atlantic City gerade ein Wasser bestellte, nahmen die Beamten ihn fest. Er muss sich wegen Diebstahls und Betrugs verantworten. Doch auf ihr Geld werden die Opfer vermutlich vergebens warten. Paul K. hat fast alles am Spieltisch verzockt.
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(SZ vom 06.06.2008/insc)
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