Falsche Bombe um Hals von Millionärstochter Erpresser bekommt Höchststrafe

"Unvorstellbaren Terror" hat Millionärstochter Madeleine Pulver aus Sicht des Richters erlebt. Die 18-jährige Australierin musste zehn Stunden mit einer Bombenattrappe um den Hals ausharren. Ein Investmentbanker wollte die Eltern des Mädchens erpressen - nun wurde er zu dreizehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Im Prozess um den Fall der australischen Millionärstochter, die zehn Stunden lang mit einer vermeintlichen Bombe um den Hals ausharren musste, ist der Angeklagte zu 13,5 Jahren Haft verurteilt worden. Der Investmentbanker habe sein Opfer "unvorstellbarem Terror" ausgesetzt, sagte ein Richter in Sydney am Dienstag zur Begründung der Maximalstrafe.

Nach zehn Jahren Gefängnis kann erstmals eine frühere Freilassung des Verurteilten geprüft werden. Der Vater von drei Kindern war Anfang August 2011 maskiert und mit einem Baseballschläger bewaffnet in die Villa der Unternehmerfamilie Pulver in Sydney eingedrungen.

Die damals 18-jährige Madeleine Pulver war zu dem Zeitpunkt alleine zu Hause. Der Verurteilte hängte der jungen Frau eine vermeintliche Bombe um den Hals und hinterließ einen Erpresserbrief, in dem er davor warnte, die Behörden zu alarmieren und dazu aufforderte, weitere Anweisungen und Geldforderungen per E-Mail abzuwarten.

Zehn Stunden dauerte das Martyrium des Mädchens - so lange brauchten Sprengstoffexperten, um die Vorrichtung zu entfernen. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich um eine Attrappe handelte.

"Er wusste um die Ungeheuerlichkeit seiner Tat"

Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt. Der heute 52-Jährige Mann war kurz nach der Tat in die USA geflüchtet. Er wurde schließlich im US-Bundesstaat Kentucky von Beamten der US-Bundespolizei FBI festgenommen und nach Australien ausgeliefert. Nach dem Scheitern seiner Ehe und dem Verlust des Sorgerechts litt er offenbar unter psychischen Problemen. Der Verurteilte gab an, er erinnere sich nicht an die Tat.

Laut Staatsanwaltschaft ging es ihm jedoch nur um eines: Geld. Demnach hatte er ursprünglich ein anderes Ziel ausgemacht, war in der Tatnacht jedoch ins falsche Haus eingedrungen. "Er wusste um die Ungeheuerlichkeit seiner Tat und die schrecklichen Folgen für das Opfer", sagte Richter Zahra. "Er wollte, dass sie Todesangst erleidet."