Fall Trayvon Martin Todesschütze Zimmerman plädiert auf Notwehr

Sie wollen beweisen, dass sich ihr Mandant mit den Schüssen auf einen 17-jährigen Afroamerikaner selbst geschützt hat. Die Anwälte von George Zimmerman, dem mutmaßlichen Todesschützen im Fall Trayvon Martin, plädieren auf Notwehr - und machen ein umstrittenes Gesetz zur Selbstverteidigung geltend.

"Stand Your Ground" heißt ein umstrittenes Gesetz in Florida. Es räumt Bürgern weitreichende Verteidigungsrechte ein, wenn sie sich selbst oder ihr Eigentum bedroht sehen. Auf eben dieses Gesetz beruft sich nun George Zimmerman, der im vergangenen Februar in Sanford den schwarzen Teenager Trayvon Martin erschossen haben soll. In Notwehr, wie der Beschuldigte stets betonte - und worauf nun auch Zimmermans Anwälte plädieren.

George Zimmerman bei einem Gerichtstermin im April: Jetzt haben die Anwälte des mutmaßlichen Todesschützen im Fall Trayvon Martin angekündigt, für ihren Mandanten auf Notwehr zu plädieren.

(Foto: dpa)

Die vorliegenden Beweise zeigten, dass sich ihr Mandant mit den Schüssen auf den 17-Jährigen selbst verteidigt habe, schreiben die Verteidiger auf ihrer Internetseite. Daher müsse ihm der US-Staat eine Anhörung nach dem kontroversen Gesetz "Stand Your Ground" gewähren.

Dabei handele es sich praktisch um einen Prozess ohne Jury; das Urteil fälle allein der Richter. Die Verteidigung müsse beweisen, dass es sich bei der Tat um Notwehr gehandelt habe. Bei normalen Verfahren liegt die Beweislast hingegen bei der Staatsanwaltschaft. Akzeptiere der Richter die Argumente der Verteidigung, könne Zimmerman nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. Zudem sei er dann immun gegen Zivilklagen, so die Anwälte.

Da Martin am Abend des 26. Februar 2012 unbewaffnet war, erscheint es jedoch fraglich, ob es zu einem derartigen Verfahren kommt. Darüber hinaus ist nach der hitzigen gesellschaftlichen Debatte über Rassismus und das geltende Waffenrecht, die der Fall ausgelöst hatte, der Druck auf den Staat Florida groß, einen regulären und fairen Prozess durchzuführen.

Die Polizei hatte erst nach öffentlichem Protest gegen Zimmerman ermittelt. Selbst Präsident Barack Obama hatte sich eingeschaltet.