Helg Sgarbi hat rücksichtslos vermögende Frauen ausgenommen - und wurde dabei offenbar selbst zum Opfer. Heute beginnt der Prozess gegen ihn.
Die Anklage gegen Helg Sgarbi, geborener Russak, 44 Jahre alt, gebürtig aus Zürich, lautet auf vier Fälle des Betrugs jeweils in einem besonders schweren Fall und zwei Fälle der Erpressung, ebenfalls in besonders schwerem Fall.
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Im Holiday Inn Hotel in München-Schwabing soll Susanne Klatten ihren Geliebten getroffen haben, vom Nebenzimmer aus wurde sie gefilmt. (© Foto: dpa)
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Alltägliche Delikte, und doch eine Geschichte, die ihresgleichen sucht.
Nicht nur, weil Susanne Klatten, eines der Erpressungsopfer, als die reichste Frau Deutschland gilt. Nicht nur, weil es eine Geschichte von brutaler Kaltschnäuzigkeit und abgrundtiefer Gemeinheit ist.
Sondern auch, weil der mutmaßliche Täter allem Anschein nach gar nicht selbst der Nutznießer seiner Schurkereien war, weil er selbst, in gewisser Weise, als Opfer bezeichnet werden könnte.
Hinter der vordergründigen Geschichte von emotionaler und finanzieller Ausbeutung scheint eine andere Geschichte zu stecken, die ebenfalls von emotionaler und finanzieller Ausbeutung handelt, die aber, so ist es jedenfalls geplant, in dem Prozess, der am heutigen Montag vor dem Landgericht München I beginnt, keine Rolle spielen soll.
Die Anklage der Staatsanwaltschaft München listet vier Fälle auf, in denen Helg Sgarbi von Frauen, die entweder selbst oder über ihre Ehemänner über beträchtliche Summen verfügen konnten, mit erlogenen Geschichten sehr hohe Geldbeträge erschwindelt und erpresst oder dies zumindest versucht haben soll.
Die in der Anklage genannten Summen belaufen sich auf insgesamt 9,4 Millionen Euro, davon allein sieben Millionen von Susanne Klatten. Die Quandt-Erbin, sein letztes Opfer, hat die Polizei eingeschaltet, und in Kauf genommen, dass sie dafür mit vollem Namen und Foto durch sämtliche Medien Europas gejagt wird.
Inkarnation von Jesus
Helg Russak, der nach seiner Heirat mit Franziska Sgarbi deren Namen annahm, ist am 6. Januar 1965 in Zürich geboren. Sein Vater war Vizedirektor beim Maschinenbaukonzern Sulzer in Winterthur. Russak hat in Winterthur die Sekundarschule und das Gymnasium besucht, dann in Zürich Jura studiert. Nach den Examen 1992 wurde er bei der Schweizerischen Kreditanstalt, der heutigen Credit Suisse, angestellt. Im schweizerischen Militär brachte er es bis zum Oberleutnant, wurde aber 1997 aus medizinischen Gründen als dienstuntauglich entlassen.
1992 soll Helg Sgarbi mit dem Italiener Ernani Barretta in Kontakt gekommen sein, der aus dem Abruzzendorf Pescosansenesco stammt und in der Schweiz als Automechaniker arbeitete. Barretta hatte schon damals eine Schar von Jüngern um sich versammelt und sich als Inkarnation von Jesus und eigentliches Oberhaupt der Kirche Christi auf Erden ausgegeben.
Der Journalist Romeo Regenass, Wirtschaftsredakteur beim Züricher Tagesanzeiger, war schon damals auf Barretta und seine Gruppe aufmerksam geworden. Als nun die Skandalgeschichte um Susanne Klatten bekannt wurde, nutzte Regenass seine alten Kontakte und konnte Interviews mit mehreren ehemaligen Anhängern Barrettas führen.
Lesen Sie mehr über den Sektenführers, der mit bizarren Inszenierungen seine Jünger bis auf den letzten Cent ausplünderte.
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Sollte man jetzt Frau Kladden bewundern? Nachdem ihr der tolle, interesannte, hinreißende Oberleutnant nochmal richtig ans Konto wollte? Da hört dann bekanntermaßen der Spaß auf. Wenn die Portokasse nicht mehr ausreicht, dann kommt wohl das Gewissen ins Spiel.
Ich habe nicht sehr viel Mitleid, wenn ich sehe, was mit dem schönen Geld wirklich gemacht gehört. Es gehört diesen Quandt´s einfach n´bissl was abgezweigt. Jeden Monat eine Seitensprung-Gage für Soziales in unserer unheimlich tollen chirstlcih-sozial höchst bedürftigen Gesellschaft.
PS: Sie haben Recht mit Ihrer Überschrift: Betrug ist Betrug... Frau Klatten hat ihren Ehemann betrogen. Ja, das stimmt.
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Gut, wir nehmen´s ALLE zur Kenntnis. Sie werfen den ersten Stein.
Und ich geh´ jetzt, Sie sind mir zu uninformiert und zu gewöhnlich - und vor allem zu rein und zu unschuldig.
Paging