Die Staatsanwaltschaft Mannheim wird voraussichtlich gegen den Freispruch des Wettermoderators Jörg Kachelmann vorgehen. Der formale Beschluss fehlt allerdings noch.
Die Staatsanwaltschaft Mannheim wird gegen den Freispruch des Wettermoderators Jörg Kachelmann Revision einlegen. Das sagte Staatsanwalt Oskar Gattner am Freitag dem SWR. Auf Nachfrage von sueddeutsche.de wollte die Staatsanwaltschaft der Bericht allerdings nicht bestätigen. Eine Entscheidung über die Revision falle erst am Montag. Die offizielle Frist dafür läuft um Mitternacht am kommenden Dienstag ab - eine Woche nach dem Urteil: Kachelmann war am Dienstag vom Vorwurf der besonders schweren Vergewaltigung freigesprochen worden.
Interaktiv
Interaktiver Zeitstrahl – Von der Verhaftung bis zum Freispruch
Anzeige
Das Landgericht Mannheim hatte den 52-jährigen Schweizer vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nach Auffassung der Richter reichten die Indizien nicht für eine Verurteilung aus.
Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen vier Jahre und drei Monate Haft gefordert. "Die Staatsanwaltschaft geht diesen Schritt, um eine vollständige schriftliche Urteilsbegründung zu erhalten. Der formale Beschluss dazu steht aber noch aus", heißt es in der Meldung des SWR. Das Gericht hat nach der offiziellen Einlassung rund vier Monate Zeit, um die Urteilbegründung zu liefern. Der Bundesgerichtshof muss das Urteil im Fall der Revision überprüfen.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Thema
- Der Fall Kachelmann RSS
- Interaktiver Zeitstrahl Von der Verhaftung bis zum Freispruch 30.05.2011
- Fall Kachelmann Gericht nennt Namen von Ex-Geliebter 01.06.2011
- Nach Freispruch Kachelmann rechnet ab 01.06.2011
- Kachelmann gibt erstes Interview "Mies benommen und Menschen verarscht" 09.06.2011
- Fall Kachelmann Nächste Runde 08.06.2011
- Nach Kachelmanns Freispruch Staatsanwaltschaft legt Revision ein 06.06.2011
- Debatte nach Kachelmann-Prozess Wenn Medien Richter spielen 02.06.2011
(dpa/dapd/grc)
Bundespräsident Gauck in Israel
In den Nachrichten im Radio war gerade zu hören, dass die Staatsanwaltschaft tatsächlich Revision eingelegt hat!
Als ob die nicht schon weit mehr als genug Zeit und Kohle verbraten hätten. Haben unsere Gerichte denn sonst gar nix zu tun?
Und wer zahlt´s???
Kein Wunder, dass unsere Rechtssprechung immer komischer wird, bei so profilierungssüchtigen Möchtegernracheengeln... und jedes "normale" Verfahren dauert Ewigkeiten.
Aber wen wundert´s, wenn schon ein Tabakkonzern ein Land wegen geschäftsschädigender Aufklärung verklagen darf...
die Nebenklägerin könnte auch das Rechtsmittel der Revision aufgreifen, und für Kachelmann dürfte dann auch eine Anschlußrevision möglich sein, um einen Freispruch 1. Klasse zu erreichen? Oder ist er nicht beschwert mit 2. Klasse?
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
alles andere hätte auch schwer gewundert, angesichts des zur Passion gewordenen Verfolgungswillens dieser Behörde.
Dass Sie aber nicht bis Montag warten konnten? Sehen Sie, die StA Mannheim braucht noch ein Telefonat - mit einem Bundesanwalt, dessen sie sich vorderhand rückversichern will, dass ihnen nicht noch das Revisionsverfahren um die Ohren fliegt. Meine Prognose geht dahin, dass der Bundesanwalt die Revision aufnimmt, ein neuer Prozess kommt. Begründung dafür wird sein, dass das erkennende Gericht in Mannheim die Anforderungen an die Verurteilung überspannt hat. Landläufig: man war zu skrupulös.....
Vor einer solchen Justiz kann es einen grausen.
Ist die blutige Nase bei der Staatsanwaltschaft im Fall Kachelmann nicht groß genug. Will man noch eine größere Schmach draufsetzen? Ganz Deutschland diskutiert - bei Markus Lanz allein sind es fast zwei Sendungen, Sandra Maischberger behandelt es ebenso ausführlich -. Über unsere Justiz muss man seit Jahrzehnten den Kopf schütteln. Nur spärlich, unscheinbar zwischen den Show-Leuten der Justiz, verborgen gibt es noch Richter, die das Richteramt skandalfrei und rechtschaffen betreiben. Deutschland wird seit vielen Jahren vorgeworfen, ein Polizeistaat zu sein. Dies scheint die Justiz nicht entkräften zu wollen.
Dann dürfen solche Pannen der Staatsanwaltschaft und der Polizei wie in Regensburg mit dem getöteten Studenten Tennessee Eisenberg nicht vorkommen. Entlastende Ermittlungstatbestände werden ganz einfach in Urteile nicht eingebunden, das ist Rechtsbeugung im Amt. Wie selbstherrlich ist unsere Justiz? Richtet sie nach dem Ansehen des Angeklagten? Hat die Politik mit der Weisungsbindung die Staatsanwaltschaft am Haken?
Dann haben wir keinen Rechtsstaat. Dann gehören aber auch abtrünnige Teile der Justiz auf die Anklagebank und nicht in die zweifelhafte Mühle der Beförderung!!
Paging