Von Bernd Oswald

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat einen Ausflug ins Model-Business gemacht. Alle, die darin Domina-Anspielungen sehen wollen, lässt sie eiskalt abblitzen.

Gabriele Pauli liebt die Provokation. Das hat schon Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber leidvoll erfahren müssen. Aber auch abseits der Politik schwimmt sie gegen den Strom, fährt Motorrad, steht auf Bällen gerne im Mittelpunkt.

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Nun hat die Fürther Landrätin, der ihr Amt zu klein geworden ist, eine neue Kostprobe ihrer Nonkonformität gegeben: Im Lifestyle-Magazin Park Avenue ließ sie sich in besonders extravagantem Outfit fotografieren: weiße weit ausladende Seiden-Jacke, hoch gereckte Arme, die in schwarzen, extra noch eingeölten Latex-Handschuhen stecken. Eine andere Aufnahme zeigt Pauli mit aufgemalter schwarzer Augenmaske. Die Boulevard-Zeitungen sprechen gar vom Domina-Stil.

Pauli selbst ficht das nicht im Geringsten an: "Was man da rein interpretiert, bleibt der Phantasie jedes einzelnen überlassen. Wer etwas Domina-haftes reininterpretiert, zeigt, welchen Erfahrungshintergrund er hat", sagt sie sueddeutsche.de. "Ich zeige nirgendwo zu viel, und habe auf allen Bildern Kleidung an. Die Bilder sind sehr ästhetisch und zeigen die romantische Seite an mir", wehrt die 49-jährige Landrätin prophylaktisch Versuche ab, sie in die Schmuddelecke zu stellen.

Zur Motivation für das Shooting sagt das CSU-Vorstandsmitglied: "Mit diesen Bildern zeige ich, dass Politiker nicht mausgrau sein müssen. Auch als Politiker darf man doch Gefühle zeigen." Die Fotos habe sie aber nicht deswegen machen lassen, sondern "weil es mir Spaß gemacht hat."

Geld ist auch ein wenig geflossen: 1000 Euro bekam Pauli für das Shooting - und spendete es postwendend dem Verein "1,2,3", der Fürther Jugendliche beim Bewerben und bei der Ausbildungsplatzsuche unterstützt. Immerhin eine Angriffsfläche weniger.

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(sueddeutsche.de)