Extrem-Fastfood Diese Pizza schmeckt noch nach drei Jahren

Extrem-Pizza: Dieser Snack hält sich drei Jahre lang.

Auch bei glühender Hitze und eisiger Kälte wollen US-Soldaten nicht auf ihren Lieblingssnack verzichten. Forscher haben eine Spezial-Pizza entwickelt, die extremen Bedingungen standhält - und jahrelang haltbar ist. Ohne Einfrieren.

Fastfood wird in der Regel schnell hergestellt und sofort gegessen. Eine lange Haltbarkeit steht bei dieser Form der Ernährung nicht im Vordergrund - wenn man von eingefrorenen Pizzas oder Hamburgern absieht. In den USA haben Forscher nun jedoch eine Pizza entwickelt, die auch ohne Einfrieren jahrelang haltbar ist.

In den Genuss dieses speziellen Nahrungsmittels werden vorzugsweise die Soldaten der US-Streitkräfte kommen. Die werden mit Hilfe sogenannter MREs ("Meal, Ready-to-Eat") versorgt: kleine, in Plastik verpackte Lebensmittelrationen, die dann zum Einsatz kommen, wenn sich im Ausland kein Essen organisieren lässt. Diese Päckchen enthalten in der Regel unter anderem Vorspeise, Hauptgang, einen Schokoriegel, dazu Brot, Käse und Marmelade sowie Instant-Kaffee und Pulver, das sich mit Wasser zu süßen Getränken mixen lässt. Es gibt sogar Essenspäckchen für Einsätze in extremer Kälte und solche mit koscheren oder Halal-Lebensmitteln.

Dass nun auch bald die in den USA so beliebte Pizza Teil der Verpflegung werden könnte, ist den US-Forschern am U.S. Army Natick Soldier Research, Development and Engineering Center zu verdanken, die zwei Jahre lang an der Entwicklung der Super-Pizza gearbeitet haben.

Extreme Pizza für extreme Bedingungen

Für MRE-Essen gelten strenge Kriterien. Die Nahrungsmittel müssen bei einer Umgebungstemperatur von 27 Grad Celsius mindestens dreieinhalb Jahre lang genießbar sein und kurzzeitig sogar Temperaturen von minus 51 bis plus 49 Grad Celsius standhalten. Außerdem muss der Inhalt der Päckchen auch dann noch verzehrbar sein, wenn die Pakete aus einer Höhe von 380 Metern abgeworfen werden.

Die größte Herausforderung für die amerikanischen Essens-Forscher war jedoch, die Haltbarkeit der Pizza zu erhöhen. Zunächst beseitigten sie eine Feuchtigkeitsquelle. Die Tomatensoße zieht mit fortlaufender Zeit in den Teig ein, macht den Snack matschig und lässt ihn so zu einem idealen Ort für Schimmel und Bakterien werden. Dieses Problem ließ sich mit wasserbindenden Zutaten lösen. Zudem änderten die Wissenschaftler den Säuregrad von Soße, Teig und Käse und entwickelten eine spezielle Verpackung mit Eisenspänen, die den Sauerstoff in der Verpackung absorbieren sollen.

Bleibt nur die Frage, wie diese Wunder-Pizza schmeckt. Wie eine typische Pizza, sagt Jill Bates, die Chefin des Testlabors. Nicht besonders knusprig eben. Der vielleicht gravierendste Unterschied ist, dass der Snack nicht heiß ist, sondern quasi Zimmertemperatur hat. Das werden die Soldaten verschmerzen können.