Weil Stefanie Julia Möller dem Publikum nicht gut genug war, hat RTL ihre Rolle gestrichen aus der Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Die Schaupielerin klagte auf Gehaltfortzahlung, auch ohne Erfolg.

Nach dem vorzeitigen Ende ihrer Rolle in der RTL- Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" hat die Darstellerin Stefanie Julia Möller keinen Anspruch auf Gehaltsfortzahlung. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt am Mittwoch.

Anzeige

Die 23-Jährige hatte von der Grundy UFA TV Produktions GmbH rund 30.000 Euro verlangt, weil ihre Rolle als Charlotte Bohlstädt ein halbes Jahr vor Vertragsende aus der Serie geschrieben worden war. Nach dem Urteil der obersten Arbeitsrichter gilt jedoch die Klausel, dass der Vertrag endet, wenn die Rolle entfällt (Az: 7 AZR 612/02).

Die arbeitsvertragliche Gestaltung, die zu kontrollieren war, unterliege unter anderem der Kunstfreiheit der Filmschaffenden, begründete der Senatsvorsitzende und BAG-Vizepräsident Hans-Jürgen Dörner die Entscheidung. Die Flexibilität, die zur Schaffung von Kunstwerken notwendig sei, erlaube eine solche Regelung. Dies gelte aber nur, wenn die Rolle aus künstlerischen Gründen gestrichen werde. Diese sahen die Arbeitsrichter in diesem Fall gegeben.

Die Rolle der Schauspielerin war entfallen, als sich die Zuschauerquote im Jahr 2000 verschlechterte. Nach einer Medienanalyse wurde die Rolle gestrichen, und Charlotte Bohlstädt verabschiedete sich Anfang 2001 zu ihrer Mutter nach Südfrankreich. Die Darstellerin erhielt zum 2. März 2001 ihre Kündigung.

"Wenn ich das Gefühl habe, respektlos und ungerechtfertigt behandelt zu werden, wehre ich mich dagegen", sagte Möller vor Gericht. Die Berlinerin hatte nach ihrem Ausstieg bei "GZSZ" zwar verschiedene Theaterengagements, ist nach eigenem Bekunden derzeit aber arbeitslos. Trotzdem ist für sie die Rückkehr zu einer Soap momentan unvorstellbar: "Die Serie war eine Etappe, die liegt hinter mir."

(sueddeutsche.de/ dpa)

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...