Ex-Fußballer auf Diät Ein Oliver Kahn wird nicht dick

Oliver Kahn speckt ab.

Speckt medienwirksam ab: Ex-Fußballer Oliver Kahn.

(Foto: Süddeutsche.de/dapd)

Er hat auf dem Fußballplatz jede Herausforderung gemeistert, da duldet er auch keine Wohlstandspfunde auf den Hüften. Oliver Kahn speckt ab - und rührt dabei ordentlich die Werbetrommel für die Weight Watchers. Ein neues Lebensmittel hat er bei seiner Diät auch schon kennengelernt.

Von Matthias Kohlmaier

"El Fenómeno" nannten sie ihn, grazil wie ein Tänzer umkurvte er die Gegenspieler - oder rannte ihnen einfach davon: Ex-Weltfußballer Ronaldo. Aber dann, ja, dann ging es nach diversen Knieverletzungen mit der Karriere bergab, aus ein paar Kummerkilos wurde ein kleines Bäuchlein und keine zwei Jahre nach Karriereende war aus dem pfeilschnellen Stürmer von einst ein wohl nicht mehr sonderlich schnelles Moppelchen geworden. "Pummelnaldo" schrieb eine vierbuchstabige Boulevardzeitung im Juni 2011.

Das alles sollte ihm nicht passieren, ihm, dem Titan. Denn ein Oliver Kahn hat vielleicht eine Vorliebe dafür, von sich selbst in der dritten Person Singular zu sprechen. Aber dick wird er niemals. Hat er doch schon zu aktiven Fußballer-Zeiten über sich selbst gesagt: "Es geht heute gar nicht mehr, dass du absolut fehlerfrei spielst - der Einzige, der das kann, bin ich."

Kurzfristig war er dann aber doch nicht so ganz fehlerfrei beziehungsweise auf seine gute Sportlerfigur bedacht, der Oliver Kahn. Nach Karriereende habe er ein Studium durchgezogen ("Zwei Jahre voll geistige Power") und dabei viel am Schreibtisch gesessen, sagt er im interview mit der dpa. Seine kohlehydratreiche Ernährung habe er dabei allerdings nicht umgestellt. "Irgendwann setzt man dann automatisch Gewicht an."

Aber ein Oliver Kahn wäre kein Oliver Kahn, wenn er die - laut eigener Aussage - "zwischen acht und zehn Prozent" an Körpergewicht, die er zugenommen hat, einfach so akzeptieren würde. Nein, ein Oliver Kahn stellt sich der Herausforderung und "zeigt Eier", wie er das in den guten alten Zeiten beim FC Bayern München einmal so eindringlich von seinen Mitspielern gefordert hat.

Und selbstverständlich arbeitet ein Oliver Kahn, wenn er sich mal ein Ziel gesetzt hat, nicht mit irgendeinem x-beliebigen Diätberater zusammen. Nein, da muss es schon der Marktführer sein: die Weight Watchers freuen sich bestimmt über das Testimonial Oliver Kahn. Beim Programm der Gewichtsbeobachter werden den einzelnen Nahrungsmitteln Punkte zugeordnet. Und die kann ein Oliver Kahn natürlich inzwischen auswendig: "Obst hat grundsätzlich null Punkte."

Banane vs. Leberkäs-Semmel

Dazu hat der Ex-Titan gleich noch einen Ernährungstipp parat: "Aber man sollte jetzt nicht tonnenweise Bananen am Tag essen." Er selbst ernährt sich mittlerweile ohnehin viel bewusster als in der Phase nach seiner Karriere, da holte er sich schließlich "schon mal Leberkäs-Semmeln oder Schokoriegel" von der Tankstelle, wie er im Gespräch mit Bunte verriet. Einem Gespräch übrigens, das zwar wie ein redaktioneller Artikel wirken soll, aber de facto eine großflächige Anzeige für Kahns Abnehmhelfer ist.

Doch weiter zum Ex-Titan: Nun isst der nämlich Dinge, von deren Existenz er früher gar nicht wusste. Zum Beispiel: "Heute liebe ich Magerquark mit drei Teelöffeln Honig und jeder Menge Früchte. Sensationell!" Ein Oliver Kahn weiß eben, was schmeckt.

Bleibt die Frage, warum ein Oliver Kahn eigentlich durch mehrere Interviews die Welt wissen lassen möchte, dass "nicht mehr viel zu meinem alten Kampfgewicht" fehlt? Aber vielleicht hat er sich ja doch ein bisschen was beim Moppel-Kollegen Ronaldo abgeschaut. Der speckte nämlich gerade medienwirksam 17 Kilo binnen drei Monaten in einer brasilianischen TV-Show ab. Ob ein Oliver Kahn sowas als Herausforderung versteht?