Europol-Liste Das sind Europas meistgesuchte Verbrecher

"Europe's Most Wanted": Diese 45 Zeitgenossen sollten Sie meiden. Oder bei der Polizei melden.

(Foto: dpa)

Die Polizeibehörde Europol ruft Bürger zur Mitarbeit auf: Auf einer neuen Website finden sich Europas meistgesuchte Kriminelle: 44 Männer. Und eine Frau.

500 Millionen Einwohner der Europäischen Union können sich dank einer neuen Website an der Fahndung nach den meistgesuchten Verbrechern und Terrorverdächtigen der EU beteiligen. Am Freitag schaltete die europäische Polizeibehörde Europol die Adresse eumostwanted.eu frei. Darauf sind Fotos und Steckbriefe von derzeit 45 flüchtigen Kriminellen eingestellt, darunter die des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam.

Über die Seite können Bürger direkt Hinweise an die zuständigen Polizeibehörden schicken - wofür in Einzelfällen große Belohnungen warten. Es handele sich "um die erste europaweite Initiative, eine Fahndungsliste auf einer gemeinsamen Plattform zu veröffentlichen", erklärte die in Den Haag sitzende Behörde. Die in 17 Sprachen verfügbare Website solle die "Sicherheit erhöhen". Nach der Freischaltung war die Seite allerdings mehrfach nicht abrufbar.

Auch ein 63-jähriger rumänischer Yoga-Lehrer wird gesucht

Sie ist auch eine Reaktion auf das Versagen der grenzübergreifenden Polizeiarbeit, das im Zuge der Anschläge von Paris mit 130 Toten offenkundig wurde. Abdeslam steht ganz oben auf der Liste. Dem Belgier war es gelungen, sich in der Nacht der Attacken von Freunden aus Brüssel in Paris abholen zu lassen und auf dem Rückweg nach Brüssel mehrere Polizeisperren zu passieren. Auch zweieinhalb Monate nach der Anschlagsserie fehlt von ihm jede Spur.

Auf der Seite können die Fahndungsfotos der Gesuchten angeklickt werden. Dann erscheint ihr Bild in Großformat sowie ein Steckbrief und eine Kurzzusammenfassung der Verbrechen, die sie begangen haben sollen. Während Abdeslams Foto der EU-Öffentlichkeit inzwischen weitgehend bekannt ist - das Bild wurde nach den Anschlägen bereits über alle möglichen Medien verbreitet - stehen auf der "Most Wanted"-Liste von Europol auch viele völlig unbekannte Verbrecher.

So wird etwa ein 63-jähriger rumänische Yoga-Lehrer gesucht, dem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie vorgeworfen werden. Eine prominentere Figur ist der italienische Mafiaboss Matteo Messina Denaro. Der Anführer der sizilianischen Cosa Nostra, dem unter anderem Mord und schwere Körperverletzung zur Last gelegt werden, ist seit vielen Jahren flüchtig - nach ihm wird mit einem Schwarzweißfoto gefahndet.

Wer die österreichische Polizei auf die Fährte von Hime Lufaj aus dem Kosovo setzt, der einen Polizisten ermordet haben soll, kann mit einer Belohnung von 10 000 Euro rechnen.

Erstellt wurde die Seite vom Polizeinetzwerk Enfast, in dem die europäischen Zielfahnder zusammengeschlossen sind, mit Unterstützung von Europol. Die Polizei jedes Teilnehmerlands kann ihre meistgesuchten Verdächtigen auf die Seite stellen.