In Europa kann Zähneputzen zum Risiko werden: In mehreren EU-Staaten sind giftige Tuben Zahnpasta aufgetaucht - ein Mann musste schon in Krankenhaus.

EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva will bei einem China-Besuch ab Samstag auf strengere Kontrollen bei Alltagsprodukten dringen, wie ihre Sprecherin Helen Kearns in Brüssel sagte.

Zahnpasta, China, dpa

Spanien hat bereits 700.000 Tuben Zahnpasta aus den Regalen nehmen lassen. (© Foto: dpa)

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Am Mittwoch hatte Spanien knapp 700.000 gefälschte Tuben Zahnpasta aus den Regalen genommen, nachdem darin ein giftiger Bestandteil von Frostschutzmittel nachgewiesen wurde. Auch in Italien sind bedenkliche Produkte aufgetaucht. Aus einigen EU-Staaten, darunter Deutschland, hat die Kommission noch keine Rückmeldung.

Der Schutz der europäischen Verbraucher sei "oberste Priorität" für Brüssel, sagte die Kommissionssprecherin. Zugleich räumte sie ein, dass die Kontrollen gefährlicher Importe aus China nicht hundertprozentig funktionierten: "Das System existiert, aber es hat Schwächen", sagte sie mit Blick auf die Umsetzung durch die chinesischen Behörden. Für die Verbraucher bestehe aber derzeit nur ein geringes Gesundheitsrisiko.

Spanien zog rund 20 Zahnpastamarken aus dem Verkehr. In Italien war vor rund einer Woche ein Mann ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er sich die Zähne mit gefälschter Zahncreme geputzt hatte. Er erlitt eine allergische Reaktion.

Auch in den USA ist Zahnpasta aus China mit Diethylenglykol-Zusatz aufgetaucht, einem giftigen Bestandteil von Frostschutzmitteln oder Bremsflüssigkeit. Laut den spanischen Behörden ist das Risiko gering, solange die Zahncreme nicht heruntergeschluckt wird.

Die EU-Kommission hatte die Mitgliedsländer bereits vor einer Woche über die giftige Zahnpasta aus China informiert, nachdem die spanischen Behörden vorerst zwei Marken vom Markt genommen hatten.

USA warnte bereits im Juni vor giftiger Zahnpasta

Die Mitgliedstaaten müssen dann verbindliche Tests durchführen und die Ergebnisse nach Brüssel melden. Von einigen Ländern, wie etwa Deutschland, gibt es laut der Kommissionssprecherin bisher keine Rückmeldung.

In den USA hatte die Lebensmittelaufsichtsbehörde FDA bereits Anfang Juni vor giftiger Zahnpasta aus China gewarnt. Sie empfahl den Verbrauchern, jede Tube mit der Bezeichnung Made in China wegzuwerfen.

Die FDA nannte elf Zahnpasta-Marken, in denen Diethylenglykol nachgewiesen wurde. In den USA waren in den vergangenen Wochen verseuchter Fisch, Reifen mit Sicherheitsmängeln und vergiftetes Tierfutter aus China aufgetaucht.

In der EU stammen nach Angaben der Kommission fast die Hälfte aller beanstandeten Verbraucherprodukte aus China, in den USA sind es 60 Prozent. Betroffen waren in der EU im vergangenen Jahr vor allem Spielzeuge (24 Prozent), Elektrogeräte (19 Prozent) und zu einem geringeren Satz (fünf Prozent) auch Kosmetika.

Die EU-Kommission hatte bereits im Januar 2006 eine bessere Zusammenarbeit mit China beim Verbraucherschutz vereinbart. Seitdem bemüht sich Brüssel nach Angaben der Kommissionssprecherin unter anderem um die Ausbildung chinesischer Inspektoren.

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