Das Geld des Schwerverbrechers Thomas Wolf ist gezählt. Das hat eine Zeit gedauert: Die Ermittler haben in einem Erdloch mehr als 1,6 Millionen Euro gefunden.
Am Ende sei er froh gewesen. Froh darüber, dass das Versteckspiel vorbei ist. Neun Jahre lang war der Schwerverbrecher Thomas Wolf auf der Flucht vor der Polizei, bis er vor etwa zwei Monate auf der Hamburger Reeperbahn verhaftet wurde. Erst mehrere Wochen nach der Festnahme hat er mit der Polizei kooperiert: Am Freitag wurde seine Beute ausgegraben, erst am Montag war sie gezählt. Jetzt, wo das Geld gezählt ist, ist klar: In dem Erdloch befanden sich 1.601.260 Euro. Dies teilte der Sprecher der Wiesbadener Staatsanwaltschaft, Hartmut Ferse, mit.
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Thomas Wolf hatte die 1,6 Millionen Euro Lösegeld unter einem Baum versteckt. Weil dieser nicht mehr stand, war es für die Polizei nicht leicht, die Beute zu finden. (© Foto: ddp)
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Wolf hatte den Ermittlern sein Versteck in einem Wald bei Egestorf in der Nordheide verraten. Etwa 164.000 Euro aus dem Lösegeld waren bereits in seinem Fluchtfahrzeug, in seinem Hotelzimmer und bei seiner Festnahme gefunden worden. Die Summe hatte Wolf von der Wiesbadener Volksbank nach der Entführung eines Bankangestellten erpresst.
Kooperation mit der Polizei
Der 56 Jahre alte Schwerverbrecher hatte nach langem Schweigen zum Verbleib des Lösegelds die Ermittler doch zu dem Geldversteck in Niedersachsen geführt. Die Suche erwies sich allerdings als schwierig. Wolf hatte sich zwar einen Baum als entscheidende Landmarke eingeprägt. Den gab es aber nicht mehr. Daher konnte Wolf das Depot nicht finden. Eine systematische Suche der Fahnder brachte dann aber doch den Erfolg.
Wolf war im Jahr 2000 nach einem Freigang aus dem Gefängnis in Moers in Nordrhein-Westfalen geflüchtet. Dort sollte er eine Freiheitsstrafe von 21 Jahren verbüßen. Nach der Flucht soll er Banken in Hamburg, den Niederlanden und Brüssel überfallen haben; dennoch lebte er acht Jahren lang unentdeckt unter falschem Namen bei einer ahnungslosen Geliebten in Frankfurt.
Erst die Entführung des Bankangestellten in Wiesbaden brachte die Ermittler wieder auf seine Spur. Seine Festnahme Ende Mai auf der Hamburger Reeperbahn war einer Kontaktanzeige zu verdanken. Schon beim zweiten Treffen mit der Frau bat er sie um ungewöhnliche Hilfe: Sie solle für 100.000 Euro unter ihrem Namen eine Wohnung für ihn mieten, ein Konto eröffnen und ein Auto zulassen. Später vertraute sie sich Freunden an, die sie auf Wolfs Fahndungsfoto im Internet hinwiesen.
Für ihren entscheidenden Tipp auf den Schwerverbrecher hat die Wiesbadener Volksbank am vergangenen Montag der Frau rund 40.000 Euro Belohnung ausgezahlt. Wolf sitzt inzwischen im südhessischen Weiterstadt in Untersuchungshaft.
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