Entscheidung in Brüssel Gericht weist Dutroux' Antrag auf Haftenlassung ab

Marc Dutroux bleibt im Gefängnis. Ein Brüsseler Gericht hat einen Antrag des verurteilten Mörders auf vorzeitige Haftentlassung abgelehnt. Doch es dürfte nicht das letzte Gesuch gewesen sein.

Die Belgier können aufatmen: Der meistgehasste Verbrecher des Landes, Marc Dutroux, wird nicht vorzeitig aus der Haft entlassen. Ein Gericht in Brüssel hat einen Antrag des verurteilten Kindermörders abgelehnt. Die Richter verkündeten ihre Entscheidung in einer öffentlichen Sitzung.

Dutroux hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen und junge Frauen entführt, missbraucht und gefoltert. Vier von ihnen starben. Dutroux' damalige Frau und Komplizin Michelle Martin kam im vergangenen Sommer unter Auflagen frei - was in Belgien heftige Proteste auslöste.

Das Verfahren auf vorzeitige Freilassung geht wohl auch nach diesem Montag noch weiter. Der Gefangene, der seit mehr als 16 Jahren im Gefängnis sitzt, kann weitere Anträge auf Entlassung einreichen.

Dass Dutroux diesmal aus dem Gefängnis freikommen könnte, galt schon im Vorfeld als so gut wie ausgeschlossen. Nicht einmal sein Anwalt rechnete mit einer raschen Freilassung. Gefängnisleitung und Staatsanwaltschaft hätten von seiner Freilassung abgeraten, berichtete die Regionalzeitung Sudpresse unter Berufung auf Gutachten.

Diese fließen in die Entscheidung der Richter ein. Die Rückfallgefahr sei zu hoch, berichtete das Blatt. Zudem habe der landesweit bekannte Mörder wenig Chancen auf einen Job und eine Wohnung.

Am Wochenende hatte sich Dutroux' 78-jährige Mutter gegen eine Freilassung ihres Sohnes ausgesprochen. Er werde auf freiem Fuß sicher rückfällig, sagte sie dem Magazin der Zeitung Le Soir.