Stephanie wünscht ihrem Entführer lebenslange Haft. Der Täter habe ihr gedroht, dass "er aus der Psychatrie ausbrechen und sich rächen wird".
Aus Furcht vor Rache wünscht sich die zu Jahresbeginn entführte Dresdner Schülerin Stephanie, 14, dass ihr Peiniger lebenslang ins Gefängnis kommt. Sie wolle, dass er hinter Gitter komme und nicht in die Psychiatrie, sagte Stephanie in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner" am Donnerstagabend laut einem vorab verbreiteten Interviewtext.
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Der Täter habe ihr gedroht, dass er aus der Psychiatrie leichter ausbrechen könne als aus dem Gefängnis - "und sich rächen wird". Sie berichtete über weitere Details der fünf Wochen in der Gewalt des 35 Jahre alten vorbestraften Sexualtäters. Bei der Fernsehaufzeichnung ohne Publikum sei das Entführungsopfer nur von hinten zu sehen, hieß es.
Stephanie war Anfang 2006 auf dem Schulweg verschleppt worden. Der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius, kritisierte die Familie der Schülerin wegen der Medienauftritte und Zeitungsinterviews. Der Spiegel hatte am Wochenende berichtet, das Mädchen gehe an die Öffentlichkeit und wolle wohl auch im Prozess aussagen, um zu verhindern, dass der Täter je wieder freikomme (SZ vom Dienstag).
"Die Beweislast ist auch so erdrückend genug", sagte jetzt Christian Avenarius. Er rechne mit einer hohen Strafe in der Nähe der Höchststrafe. "Wir wollen eine Vernehmung vermeiden, weil das Mädchen dann auch vor Gericht auftreten muss." Die Staatsanwaltschaft will noch im September Anklage erheben.
Stephanie sagte, es gehe ihr heute "eigentlich ganz okay". Ihre Mitschüler hätten sie nach ihrer Rückkehr umarmt, seien froh und glücklich gewesen. Die Mitschüler sollten aber auch wissen, "was da halt passiert ist in der Zeit". Sie wolle zeigen, dass der Täter "nicht meinen Kern berührt hat - also dass ich nicht gebrochen worden bin". Der Täter habe ihr gesagt, dass er davon geträumt habe, "sich ein Mädchen von der Straße zu fangen", sagte die 14-Jährige. "Außerdem hat er mich schon sechs Wochen vorher beobachtet."
Stephanie konnte am 15. Februar aus der Gewalt des Entführers befreit werden. Sie befand sich in einer Wohnung nur 500 Meter entfernt vom Elternhaus. Die Arbeit der Polizei war heftig kritisiert worden.
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(SZ vom 15. September 2006)
67. Jahrestag der Bombardierung