Vor fünf Jahren lernten die Deutschen in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" Daniel Küblböck kennen. Der will nun aus der Versenkung kommen - und ein Star wie Peter Alexander werden.

Von ihm, den einst fröhlichen Springinsfeld des Klamauksenders RTL, hat man schon lange nichts gehört. Der Mantel der Geschichte schien seine barmherzige Wärme über Daniel Küblböck ausgebreitet zu haben. Aber nun weiß man, dass alles ganz anders ist, dass Deutschland das Schlimmste noch bevor steht.

Bild vergrößern

Daniel Küblböck 2004: Heute will er Entertainer von Format sein. (© Foto:)

Anzeige

Küblböck arbeitet am definitiven Comeback und sieht seine beruflichen Perspektiven als Allround-Unterhalter. "Ich finde, es gibt in Deutschland zu wenig Entertainer wie Peter Alexander", sagt er: "Deshalb ist es mein großes Ziel, mich als Entertainer zu profilieren."

Bekannt geworden ist er 2003 als Drittplatzierter der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". Nun will er vom Buntling der Branche zum ernstzunehmenden Sänger werden. Derzeit sei er mit einem Country- und Bluesprogramm unterwegs, für das er gute Kritiken bekommen habe, sagt der in Nürnberg lebende 22-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp. "Darin gibt es auch Kabarett-Elemente. Ich singe und bin ein guter Entertainer.

Auf einen wie Peter Alexander hat Deutschland immer gewartet. Aber kann einer wie Küblböck eine solche Rolle überhaupt spielen? Er selbst gibt zu Protokoll, sein Image auf alten RTL-Tagen klebe heute noch "wie Kaugummi" an ihm.

Die Kandidaten der aktuellen RTL-Casting-Ausgabe empfindet Küblböck nach eigenen Worten als "fast schon zu perfekt". Da gebe es "meiner Meinung nach gar keinen Steigerungseffekt mehr", sagt er. Die Kandidaten hätten keinen Wiedererkennungswert und müssten mehr Profil entwickeln, um nach Ende der Sendung im Showbusiness bestehen zu können. Die Deutschen betreiben seiner Ansicht nach keinen extremen Starkult wie etwa in den USA. Ein Künstler würde durch ein langjähriges Management nicht genügend aufgebaut, weil sofort der nächste komme.

Genau: Nach Küblböck sind schon wieder viele andere gekommen. Mal sehen, was Peter Alexander zu seinem selbst ernannten Nachfolger sagt.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Der Trauertänzer

"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/jja)