England: Tod im Luxushotel Der Prinz und Mörder

Pikanter Mordfall in London: Ein saudischer Prinz steht vor Gericht, weil er in einem Fünf-Sterne-Hotel einen Bediensteten erwürgt haben soll. Der Angeklagte bestreitet jede Schuld und trauert um einen "Freund".

Mord an Londons feinster Adresse: In der britischen Hauptstadt steht ein saudischer Prinz vor Gericht, weil er einen seiner Bediensteten in einem Luxushotel misshandelt und erwürgt haben soll. Dem 33-Jährigen werden Mord und schwere Körperverletzung vorgeworfen.

Die Leiche des 32-jährigen Mordopfers wurde in einer Luxussuite im dritten Stock dieses Fünf-Sterne-Hotels in der Londoner Innenstadt gefunden.

(Foto: Foto: AFP)

Wie die BBC berichtete, wurde Saud bin Abdulaziz bin Nasir bin Abdulaziz al-Saud vor wenigen Tagen festgenommen, nachdem in einer Suite des luxuriösen Hotels "The Landmark" in der Londoner Innenstadt die Leiche des 32-jährigen Bandar Abdullah Abdulaziz aufgefunden worden war. Er starb laut Obduktionsbericht durch Strangulation, außerdem hatte er schwere Kopfverletzungen.

Bei einer ersten Anhörung bestritt ein Anwalt des Prinzen jegliche Schuld seines Mandanten. Die Anklage versuche, eine "aufrichtige Freundschaft in eine falsche Herr-Knecht-Beziehung" zu verkehren, sagte Anwalt Michael Wolkind vor Gericht.

Dem Bericht nach befanden sich der Prinz und sein Gefolge auf einer vierwöchigen Besichtigungstour in der britischen Hauptstadt.

"Strenger Umgang mit Personal"

Das 1899 errichtete Nobelhotel "The Landmark" steht im zentralen Londoner Stadtviertel Marylebone nahe des Hyde Park.

Nach Informationen der Bild-Zeitung ist der Angeklagte bekannt für seinen strengen Umgang mit den Angestellten. "Diener müssen vor seinem Bett auf dem Boden schlafen", schreibt das Boulevard-Blatt. Überwachungsbilder aus dem Hotelfahrstuhl zeigten zudem, wie der Prinz seinen Diener schlage.

Al-Saud kann sich nicht auf diplomatische Immunität berufen, die nur engste Mitglieder der saudischen Königsfamilie und Diplomaten genießen, schreibt die britische Zeitung The Independent. Den Angaben ist der Angeklagte mit der saudischen Königsfamilie nur entfernt verwandt. Ein Sprecher der saudischen Botschaft wollte den Fall nicht kommentieren.

Bis zum nächsten Gerichtstermin am 28. Mai bleibt al-Saud in Untersuchungshaft.