Ein Franzose, der wegen der bestialischen Ermordung von zwei Mädchen und einer Frau bereits verurteilt wurde, hat die Berufung verloren.
Der "Pierrot le fou" (Pierrot der Verrückte) genannte Mädchenmörder aus dem Elsass ist im Berufungsverfahren erneut zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 60-Jährige muss nach Angaben des Gerichtes in Colmar vom Donnerstag mindestens 30 Jahre ohne Bewährungsmöglichkeit in Haft bleiben. Dies ist die Höchststrafe im französischen Recht, die bereits in erster Instanz verhängt worden war.
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Der verurteilte Mädchenmörder im Jahr 2005 in Polizeigewahrsam. (© Foto: AFP)
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Der mehrfach vorbestrafte Mann aus einem sesshaft gewordenen Korbmacher-Clan hatte vor vier Jahren zwei Mädchen und eine Frau im Elsass entführt, vergewaltigt und ermordet.
Der Verteidiger des Mannes hatte in einem mehr als fünfstündigen Plädoyer versucht, die Geschworenen von der Unschuld seines Mandanten zu überzeugen. "Pierrot" sei bereits bei seiner Festnahme als "alleiniger Schuldiger" vorverurteilt worden, sagte der Anwalt, der wie in erster Instanz eine "Theorie der Verschwörung" geltend machte.
Die Familien der Opfer äußerten sich zufrieden mit dem Urteil. Die Angehörigen hätten Gerechtigkeit erwartet und seien nicht von Rachegefühlen motiviert gewesen, sagte ihr Anwalt.
Die Mordfälle hatten damals Empörung ausgelöst und in Frankreich die Diskussion um die Haftentlassung von Kinderschändern und sexuellen Straftätern wiederaufflammen lassen.
Der Täter, der mehr als 30 Jahre seines Lebens in Gefängnissen oder psychiatrischen Anstalten verbracht hat, war durch DNA-Spuren seiner Opfer an Kleidungsstücken und in seinem Fahrzeug überführt worden. Außerdem hatte er für die Tatzeiten keine Alibis. Vor Gericht hat er die Verbrechen allerdings immer abgestritten. "Ich bin völlig unschuldig und habe mit diesen schrecklichen Dingen nichts zu tun", sagte er.
Die Leichen der zehnjährigen Jeanne-Marie, der 14-jährigen Julie und der 38 Jahre alten Hedwige waren im Sommer 2004 mit Verstümmelungen im Unterleib in Flüssen bei Obernai gefunden worden. Psychiater bescheinigten dem Täter, er habe die Mentalität eines Wilderers, der seine weiblichen Opfer wie erlegte Tiere aufgeschnitten habe.
Der Staatsanwalt hatte seine Forderung nach lebenslanger Haft mit der "enorm hohen Gefahr eines Rückfalls" des Täters und mit der "besonderen Schwere der Taten" begründet.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Frankreich Der verrückte Mädchenmörder 09.09.2008
(dpa/segi)
Studie von UN-Kinderhilfswerk