Die berühmteste deutsche Dompteurin ist tot. Als erste und bislang einzige Frau dressierte sie Eisbären. Ihr größter Erfolg: Der "Todeskuss".
Die bekannteste deutsche Dompteurin ist tot. Als erste und bislang einzige Frau weltweit dressierte Ursula Böttcher Eisbären. Am Mittwoch starb sie im Alter von 82 Jahren in einem Dresdner Krankenhaus.
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Nichts für schwache Nerven: Böttcher beim "Todeskuss". (© Foto: AP)
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Über 47 Jahre lang arbeitete die gebürtige Dresdnerin beim Zirkus. Angefangen hatte sie 1952 beim Zirkus Busch - als Putzfrau. Ihre Kariere in der Manege begann drei Jahre später mit der Löwendressur. Sie spezialisierte sich dann auf Eisbären, die wohl gefährlichsten Raubtiere der Welt. Mit bis zu zehn der über drei Meter großen Bären gleichzeitig stand die eher zierliche Frau in der Manege. Zu Böttchers Bärentruppe gehörte auch die Mutter des heute wahrscheinlich berühmtesten Eisbären Deutschlands, Knut.
Berühmt wurde sie mit der waghalsigen Nummer mit dem "Todeskuss". Dabei beugte sich ein Eisbär über sie und lies sich aus dem Mund Böttchers mit Fleisch füttern. Diese spektakuläre Dressurleistung und ihr Mut brachten ihr Erfolg und Anerkennung auf der ganzen Welt. Sie trat mit ihren Bären unter anderem in Japan, Spanien, Italien oder den USA auf. In den Vereinigten Staaten bekam sie von den Medien den Spitznamen "Baroness of the bears" - die Baronin der Bären.
Böttcher wurde vielfach ausgezeichenet, zum Beispiel beim Zirkusfestival in Monte Carlo. Die DDR gab ihr zu Ehren sogar eine Sonderbriefmarke mit dem Motiv des "Todeskuss" heraus.
"Die Eisbären waren ihr Leben", sagte Ernst Günther, Zirkuskenner und langjähriger Freund Böttchers. Selbst schwerwiegende Unfälle konnten sie nicht aus der Manege vertreiben. So musste sie mit ansehen, wie ihr Lebensgefährte, ebenfalls Dompteur, tödlich von einem Braunbären verletzt wurde. Schon am nächsten Tag trat Böttcher wieder auf.
Ihr Karriere endete 1999. Im Alter von 72 Jahren gab die Eisbär-Dompteurin im Zirkus Busch unter stehenden Ovationen ihre letzte Vorstellung.
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(sueddeutsche.de/dpa/sewo/aho)
Frauen in Saudi-Arabien
Der Lebensraum "Zirkus" ist für die Tiere viel zu klein. Großkatzen z.B. stoßen nach einigen Schritten an Gitterstäbe, zwischen denen sie stundenlang verzweifelt hin und her streichen. Bären wiederum, eine von Natur aus sehr neugierige Art, leiden vor allem unter der Monotonie des Zirkusalltags. Und an Perversion grenzt die Haltung von Seelöwen: Tiere, die in freier Wildbahn bis zu 100m tief tauchen, müssen ihr Leben in umgebauten LKW's fristen. Hinzu kommt bei allen Tieren der krank machende Streß durch die ständigen Transporte und Auftritte vor klatschendem und johlendem Publikum. Deswegen sollte man in Zirkusse gehen, in denen nur Menschen auftreten, wie den Chinesischen Zirkus, Cirque du Soleil oder Flic Flac.