Der Einsturz des Archivs und die Folgen: Noch immer gelten zwei Männer als vermisst, die in einem Nachbargebäude wohnten. Die Überlebenschancen liegen bei null.
Nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln rechnet die Kölner Feuerwehr kaum noch mit Überlebenden. Derzeit werden nach Angaben der Polizei zwei Männer vermisst. Es handele sich dabei um Bewohner zweier Dachgeschosswohnungen in einem der eingestürzten Nachbargebäude.
Kölns Oberbürgermeister Schramma: "Ich frage mich, wie so etwas passieren kann." (© Foto: dpa)
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"Wir können nur hoffen, dass sich diese Personen nicht auf dem Grundstück aufgehalten haben", sagte Stadtdirektor Guido Kahlen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Stadt und Polizei. Die Rettungsmaßnahmen gestalteten sich als äußert schwierig: "Wir können keine schnelle Rettung durchführen." Dadurch würden die Chancen sinken, Menschen bergen zu können, sagte Kahlen.
Der Direktor der Kölner Feuerwehr, Stefan Neuhoff, erklärte die schwierige Situation der Einsatzkräfte vor Ort . Da Nachbargebäude einzustürzen oder Teile herabzufallen drohten, konnten die Rettungskräfte bis zum Mittag immer noch nicht an die unmittelbare Unglücksstelle vordringen. In der Nacht waren rund 300 Tonnen Beton verfüllt worden, um den Untergrund zu stabilisieren. Im Laufe des Tages sollen nochmals 700 Tonnen nachgefüllt werden
Nach wie vor sei an der Unglücksstelle die Tragfähigkeit nicht gewährleistet. Besonders gefährlich sei der Bereich, wo die beiden vermissten Personen vermutet werden. Hier würden oberhalb des Trümmerkegels noch große Dachteile hängen. Damit drohe nicht nur das Dach herunterzufallen - es droht auch der Einbruch des Anbaus, erklärte Neuhoff.
Zunächst müssen die Dachreste abgetragen werden. Außerdem müsse der Hohlraum unter der Unglücksstelle mit Beton stabilisiert werden. Erst dann könne mit der Suche nach den Vermissten begonnen werden. "Die Überlebenswahrscheinlichkeit geht gegen null", so Neuhoff.
Als Ursache für die Katastrophe wird der nahe gelegene U-Bahn-Bau immer wahrscheinlicher. Neuhoff sagte, in der benachbarten Baugrube für die U-Bahn-Erweiterung sei eine Öffnung entstanden. In diese Öffnung sei Erde nachgerutscht, und dadurch sei dem Historischen Archiv praktisch der Boden entzogen worden. Das Gebäude sei nach vorne in die Grube gekippt.
Kölner OB stellt U-Bahn-Bau in Frage
Inzwischen hat Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) den Weiterbau der neuen Nord-Süd-Stadtbahn-Linie unter der Altstadt in Frage gestellt. "Ich halte das eigentlich jetzt fast für unverantwortlich", sagte Schramma im ARD-"Morgenmagazin". Es müsse grundsätzlich geprüft werden, ob man in Zukunft in bewohnten Städten U-Bahn-Bauten in einem solchen Ausmaß durchführen könne und solle.
Schramma zeigte sich geschockt. Das Projekt der Nord-Süd-Stadtbahn habe Schaden genommen. Er sei "aufgeregt und verärgert, dass hier Gebäude wie Kartenhäuser einstürzen". Nun müssten "die besten Statiker der Welt" ran, denn der Schaden sei beträchtlich. Die Stadt Köln war Hinweisen nach Rissen und Schäden nachgegangen, hatte aber letztendlich keine Gefahr gesehen. "Ich bin sehr daran interessiert, eine lückenlose Aufklärung einzufordern."
Der Vorstandssprecher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Jürgen Fenske lehnte trotz der Katastrophe einen Baustopp der U-Bahn nach jetzigem Kenntnisstand ab. Dies könne sogar kontraproduktiv sein.
Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. "Wir gehen dem Verdacht der Baugefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung nach", sagt Oberstaatsanwalt Günther Feld.
"Retten, was zu retten ist"
Die Kölner Behörden hatten zuvor Vorwürfe über mögliche Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Einsturz zurückgewiesen. Senkungsrisse im Mauerwerk des Archivs seien von mehreren Sachverständigen als unbedenklich eingestuft worden, betonte Stadtsprecher Gregor Timmer. "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die Risse nicht die Ursache für den Einsturz." Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB): "Beteiligte und unabhängige Gutachter haben festgestellt, dass diese Risse nicht die Statik des Gebäudes beeinträchtigen." Das letzte Gutachten stamme von Dezember 2008.
Riesen-Kulturgut verschüttet
Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks drangen unterdessen zu einem weitgehend unbeschädigten Anbau des Archivs vor, aus dessen Keller nun Archivmaterial geborgen wird. Die Akten, Dokumente und weiteres Archivmaterial würden in ein Zwischenlager gebracht, dort gesichtet und inventarisiert, sagte ein Feuerwehrsprecher. Im Laufe des Tages solle die Einsturzstelle mit Planen abgedeckt werden, um das noch intakte Archivmaterial vor Regen zu schützen. Dieses werde jedoch auf von Grundwasser von unten bedroht, so der Sprecher weiter.
Der Versicherungswert des verschütteten Archivmaterials betrage 400 Millionen Euro, sagte Kulturdezernent Georg Quander. "Es handelt sich um das Gedächtnis des gesamten Rheinlandes und weit darüber hinaus." Wieviel Archivgut vernichtet worden ist, sei noch nicht abzuschätzen. Im schlimmsten Fall sei der Schaden höher als beim Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.
Oberbürgermeister Schramma äußerte sich bedauernd über die Folgen für die historischen Bestände des Archivs: "Ein Riesen-Kulturgut ist nun teilweise für uns verloren", sagte er: "Wir müssen retten, was zu retten ist." Schramma hatte sich im Urlaub in Österreich befunden und diesen wegen des Unglücks abgebrochen.
Kölner U-Bahn-Bau: Viel Ärger, hohe Kosten
Der Bau der vier Kilometer langen Nord-Süd-Bahn ist seit den Beginn der Bauarbeiten vor fünf Jahren hoch umstritten: Die Kosten für das Projekt sind um 320 Millionen Euro auf rund 950 Millionen explodiert, die Geschäftsleute an der Einkaufsmeile Severinstraße klagen über Umsatzeinbrüche.
2004 geriet der Turm der romanischen Kirche St. Johann Baptist in bedrohliche Schieflage - und machte als "schiefer Turm von Köln" weltweit Schlagzeilen. Der Grund: Unterirdische Arbeiten für einen U-Bahn-Tunnel der Nord-Süd-Bahn.
Die Aufrichtung des Turms kostete eine Million Euro. Zudem beschwerten sich Geschäftsinhaber auf der traditionsreichen Einkaufsmeile Severinstraße, dass die Baustelle ihnen das Geschäft vermiese.
Nach bisherigen Planungen sollten Mitte 2010 die ersten Züge auf der neuen U-Bahn-Strecke starten. Die Linie soll vom Breslauer Platz nördlich des Hauptbahnhofs parallel zum Rhein verlaufen und damit den historischen Teil Kölns an das U-Bahn-Netz anbinden.
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(sueddeutsche.de/dpa/hai)
Bundespräsident Gauck in Israel
wundert es doch sehr, warum Herr Schramma noch immer OB ist.
Nein, nicht wirklich. Wenn man bedenkt welcher gigantische Skandal nötig war um den Berliner Klüngel um das Duo Diebgen & Landowski aus dem Amt zu jagen.
Liebe Angela, liebe Parteifreundin,
diesmal sprechen wir dich nicht nur als deine Parteifreunde an. Wir sind das parteiübergreifende Bündnis, das unsere geliebte Stadt Köln immer nach vorne gebracht hat und nach vorne bringt. Wir sind in Deutschland wohl die einzigen, die Bundes- und Landesmittel effektiv, zielgenau und auf Dauer in die richtigen Kanäle lenken. So konnten wir schon alleine für unseren 5 km U-Bahn-Bau rund 1Millarden Landes- und Bundesmittel fachgerecht der Konjunkturstabilisierung unserer Bündnismitglieder zuführen.
Wir haben jetzt eine weiter gute Nachricht für Dich: Wir benötigen im Rahmen deines neuen Konjunkturpaketes noch mal eine Milliarde, um aus der U-Bahnstrecke einen unterirdischen Erlebnispark zu machen. Eine weitere Milliarde benötigen wir für die Umsiedlung von Gefährdeten U-Bahn-Strecken-Anwohnern (GUBSA´s). Wir können auch sofort mit der Nutzung der Konjunkturpaketgelder beginnen und sie unseren, unter der Krise leidenden, Mitgliedern zuführen.
Wir hoffen, deine Freude wird groß sein und wir sind stolz einen großen Beitrag zur Krisenbewältigung zu leisten.
Köln Alaaf
Deine Kölner Klügelanten
Hey, wat iss dat denn für ne Wort? Nie jehört!
Klar, kommt im Wortschatz des Kölner Klüngel auch nicht vor.
Der Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs ist eine bespiellose Katastrophe für die Stadt Köln und darüber hinaus. Was da für Kulrurschätze verloren gegangen sind, ist kaum zu ermessen. Hoffentlich kann da noch Einiges gerettet werden. Jedenfalls sollten die Buchrestauratoren alle Kapazitäten freimachen, da sehr viel Arbeit auf einmal anfällt, wenn die Bergung des verbleibenden Bestandes beginnt.
Auch auf den U-Bahnbau in den Städten muß das Konsequenzen haben. Wir hatten ja auch in München Truderung vor Jahren ein ähnliches Unglück, bei dem ein städtischer Bus plötzlich in einer einstürzenden U-Bahnbaustelle verschwand und viele Menschenleben zu beklagen waren. Solche Baumaßnahmen müssen nicht doppelt und dreifach, sondern mindestens zehnfach bedacht werden.
HTS.
Kölner Politik, Verwaltung und Wirtschaft sind ein Paradebeispiel für allgegenwärtige Korruption.
Der "Kölner" weiß das und nimmt es schulterzuckend hin: Jung, mer muß och jünne künne. Wichtich is, et Kölsch schmeck jot un mer blieven Fründe.
Alle Ermittlungen ins Sachen Stadtarchiv werden im Sande verlaufen, niemand trägt wirklich Verantwortung, niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Die "Beraterhonorare" sind längst geflossen und werden weiter fließen, denn: Mer kennt sich, mer hilf sich!
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