Von Von Gregor Schiegl

Kein Artikel wurde in der Geschichte von Ebay Deutschland so oft geklickt wie das Auto mit der Artikelnummer 4545301886. Es hat 75.000 Kilometer auf dem Tacho, 112 PS und eine Wegfahrsperre. Nichts Besonderes eigentlich. Nur, dass im Fahrzeugschein "Josef Kardinal Ratzinger" steht.

Im Januar hatte Benjamin Halbe aus Olpe, ein 21-jähriger Zivildienstleistender, den grauen Kleinwagen eines älteren Herrn gekauft. Sein Name: Josef Kardinal Ratzinger. Inzwischen ist Ratzinger Papst Benedikt XVI. und sein Auto nicht einfach mehr nur ein gebrauchter Golf IV. Es ist ein "Papst Golf", wie Halbe das Gefährt in Großbuchstaben auf der Internet-Auktionsbörse Ebay anpreist, und jetzt, urbi et orbi, auch ein echtes "Kultauto".

Reimund Halbe, AP

Hier ist der Beweis: Benjamin Halbe mit seinem "Papst Golf". (© Foto: AP)

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Der Anbieter betont, dass sich noch die Originalsitze im Auto befinden - für den Fall, dass jemand zweifeln sollte, ob man in dem Auto tatsächlich auch da sitzt, wo das Gesäß Ihrer Eminenz sich ins Polster gedrückt hat. Fraglich ist allerdings, ob Ratzinger überhaupt in dem Wagen gesessen hat oder ob der Wagen nicht nur auf seinen Namen gemeldet war.

Alle Rekorde gebrochen

Das Startgebot für den heiligen Flitzer lag zu Beginn bei 9.999 Euro. Nach drei Tagen ist das Gebot auf über 41.500 Euro (Stand Freitag, 17.30 Uhr) geklettert - damit ist das festgesetzte Mindestgebot erreicht. Zwischenzeitlich hatte es Fantasie-Gebote von bis zu zehn Millionen Euro gegeben. Angenommen werden jetzt aber nur noch seriöse Angebote. "Wir lassen uns jetzt von allen Bietern eine Kopie des Ausweises und eine Rückruf-Nummer schicken", sagte Wolfgang Menne, der dem Zivildienstleistenden beim Abarbeiten der Anfragen hilft.

Dennoch scheint es genug gestandene Papisten, bayerische Katholiken und Ratzionalisten geben, die etwas Geld locker haben für ein eigenes Papamobil: Rund hundert Bieter haben ernsthafte Geboten für den fahrbaren Untersatz gemacht.

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