In der Affäre um Franjo Pooth hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Büros, Geschäftsräume und Privatwohnungen durchsucht - und wurde fündig.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Donnerstag Geschäfts- und Privaträume des Ehemanns von Werbe-Star Verona Pooth durchsucht. Auch frühere Manager der Stadtsparkasse Düsseldorf bekamen am Morgen Besuch von Fahndern.

Razzia bei Franjo Pooth; dpa

Ein Fahrzeug der Marke Hummer parkt vor dem Haus von Verona und Franjo Pooth in Düsseldorf. (© Foto: dpa)

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Durchsuchungen habe es in der Landeshauptstadt sowie in den Nachbarorten Meerbusch und Erkrath gegeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Johannes Mocken. "Bei den Ermittlungsmaßnahmen wurden bereits Unterlagen in größerem Umfang sichergestellt." Die Stadtsparkasse habe freiwillig Papiere ausgehändigt. Ermittler trugen am Mittag einen Umzugskarton mit Akten aus Pooths Düsseldorfer Privathaus.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pooth wegen des Verdachts der Bestechung und der Insolvenzverschleppung. Der 38-Jährige soll Bankern, die ihm Millionenkredite gewährten, teure Geschenke gemacht haben. Insgesamt haben Staatsanwälte dabei fünf Beschuldigte im Visier. Die Affäre hatte am Vortag bereits den Düsseldorfer Sparkassen-Chef Heinz-Martin Humme das Amt gekostet.

Auch gegen einen anderen früheren Sparkassen-Vorstand, der bereits fristlos gekündigt wurde, war ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue und der Bestechlichkeit eingeleitet worden. Zudem gerieten ein weiterer Sparkassen-Mitarbeiter sowie Pooths Partner als Geschäftsführer bei dessen Firma "Maxfield" ins Visier der Staatsanwälte. "Die Ermittlungen dauern an; insbesondere die Auswertung der Unterlagen dürfte geraume Zeit in Anspruch nehmen", sagte Mocken.

Pooth hatte beim Düsseldorfer Amtsgericht vor kurzem den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Sein Unternehmen "Maxfield", das vor allem MP3-Spieler verkauft hat, soll bis zu 14 Millionen Euro Schulden haben. Bei der Sparkasse soll das Unternehmen mit mehr als neun Millionen Euro in der Kreide stehen. Diese Summe wurde mit Hinweis auf das Bankgeheimnis bislang nicht bestätigt.

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(dpa/AFP/cag/jkr)