Nach dem vereitelten Attentat in Köln ist nun auch eine Schule in Lübeck vorsorglich geschlossen worden. Eine Reinigungskraft hatte einen verdächtigen Zettel gefunden.
Mit einer Bombendrohung gegen eine Grund- und Hauptschule in Lübeck hat ein Unbekannter am Mittwoch einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst und den Unterricht lahmgelegt. Eine Reinigungskraft hatte am frühen Morgen einen verdächtigen Zettel gefunden.
Auch die August-Hermann-Francke Grund- und Hauptschule wurde nach einem Drohbrief vorläufig geschlossen. (© Foto: dpa)
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Darauf wurde angekündigt, dass die August-Hermann-Francke-Schule "in die Luft fliegen" werde, sagte Polizeisprecher Detlef Riedel. "Wir gehen davon aus, dass es sich nicht um eine ernsthafte Bedrohung gehandelt hat. Das war offenbar nicht ernst gemeint."
Aus Sicherheitsgründen war der Unterricht der 500 Schüler ausgefallen. Die Polizisten halten eine Nachahmungstat nach mehreren Drohungen gegen andere Schulen in Deutschland für gut möglich. "Wir versuchen zu klären, wer und welche Motivation hinter dem Zettel stecken."
Polizisten durchsuchten mit drei Sprengstoffspürhunden das abgesperrte Gebäude, schilderte ein Sprecher. Gefunden wurde nichts. Die Durchsuchung wurde am Vormittag eingestellt und die Polizei gab Entwarnung. Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen sei nun das verdächtige Schreiben.
Nach dem Urheber werde intensiv gefahndet, hieß es. Spezialisten des Landeskriminalamtes haben die Untersuchung übernommen. Die Polizei wies darauf hin, dass ungerechtfertigt ausgelöste Alarme die Verursacher teuer zu stehen kommen. Es drohen Kosten im vierstelligen Eurobereich.
In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Alarm an Schulen gegeben. Am Dienstag wurde nach vagen Hinweisen auf einen möglichen Amoklauf ein Gymnasium in Kaarst bei Düsseldorf geschlossen. Die Schließung fiel auf den Jahrestag des Amoklaufs von Emsdetten. Damals hatte ein hasserfüllter Ex-Schüler mit einem Waffenarsenal von Gewehren, Sprengfallen und Rauchbomben seine frühere Schule überfallen, 37 Menschen verletzt und sich selbst getötet.
Am Sonntag waren Amok-Pläne für das Kölner Georg-Büchner-Gymnasium bekannt geworden. Ein 17 Jahre alter Verdächtiger hatte sich zuvor nach einem Verhör mit einem Sprung vor eine Straßenbahn selbst getötet. Später hatte sich herausgestellt, dass die Pläne für einen möglichen Amoklauf bereits Wochen zuvor aufgegeben worden waren.
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(dpa/cag/gdo)
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