Drogenkrieg in Mexiko Polizisten an internationalem Flughafen erschossen

Die Gewalt im mexikanischen Drogenkrieg greift immer weiter um sich: Auf dem internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt sind drei Polizisten erschossen worden. Im Terminal brach Panik aus.

Der blutige Drogenkrieg, der Mexiko seit Jahren fest im Griff hält, war bisher weit von den touristischen Gegenden entfernt, die Opfer gehörten fast immer verfeindeten Kartellen an, waren Journalisten, Polizisten oder Militärs, die sich einmischten oder zwischen die Fronten gerieten. Doch am Montag hat die Gewalt den internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt erreicht. Drei Polizisten sind bei einer Schießerei ums Leben gekommen.

Die Täter hätten im Terminal 2 auf die Beamten der Bundespolizei geschossen, sagte ein Flughafensprecher. Augenzeugen berichteten davon, dass Panik ausbrach, als die Schüsse fielen.

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, dass es sich bei den Schützen ebenfalls um Polizeibeamte handeln soll, die in Verdacht stehen, mit Drogenhändlern zusammenzuarbeiten. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit erklärte, die Getöteten hätten am Flughafen Rauschgiftschmuggler festnehmen sollen. Zwei Beamte seien sofort tot gewesen, ein dritter nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus gestorben.

Die Schützen befinden sich den Angaben zufolge noch auf der Flucht.

Der Vorfall ereignete sich am Morgen in einem Bereich mit Schnellrestaurants, wie der Flughafensprecher sagte. Die Bilder von Überwachungskameras würden ausgewertet. Ein Journalist des Fernsehsenders Milenio vor Ort berichtete, er habe mindestens 14 Schüsse gehört. Eine Augenzeugin sagte dem Rundfunksender Formato21, vier in Zivil gekleidete Männer hätten auf die Polizisten gefeuert. "Wir haben uns alle auf den Boden geworfen."

Das mexikanische Verkehrsministerium erklärte, der Flughafenbetrieb laufe nach Plan. Der Tatort selbst blieb jedoch mehrere Stunden lang abgesperrt. Behördenangaben zufolge beschlagnahmte die Bundespolizei am internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt seit Jahresanfang bereits 200 Kilogramm Kokain, im vergangenen Jahr waren es ingesamt lediglich 90 Kilogramm.