Drogenhandel Mexiko liefert Drogenboss "El Chapo" an die USA aus

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán wird am 19.01.2017 in Ronkonkoma bei New York aus einem Flugzeug eskortiert.

(Foto: dpa)
  • Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist an die USA ausgeliefert worden.
  • Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells wurde in der Stadt Ciudad Juárez den US-Behörden übergeben und von dort nach New York gebracht.
  • Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt, im Mai 2016 aber zugestimmt.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín Guzmán, genannt "El Chapo" ist an die USA ausgeliefert worden. Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells wurde in der Stadt Ciudad Juárez an der Grenze zu den Vereinigten Staaten den US-Behörden übergeben und von dort nach New York gebracht. Gegen den 59-Jährigen lagen zwei Auslieferungsersuchen vor, eines aus Kalifornien und eines aus Texas.

"El Chapo" werden in den Vereinigten Staaten Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche vorgeworfen. Es wird erwartet, dass der Chef des Sinaloa-Kartells noch am Freitag vor einem Gericht in Brooklyn erscheinen muss.

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Guzmán gelang zweimal die Flucht aus Hochsicherheitsgefängnissen

Guzmán ist schon zwei Mal die Flucht aus Hochsicherheitsgefängnissen in Mexiko gelungen, zuletzt entkam er 2015 durch einen kilometerlangen Tunnel aus seiner Zelle. Im Januar 2016 wurde er gefasst, im Mai stimmte das mexikanische Außenministerium der Auslieferung ins Nachbarland USA zu.

Sein Anwalt Andrés Granados bezeichnete dessen Auslieferung als illegal. Sie seien über den Schritt vorab nicht informiert worden, klagte er. Zudem warf Granados der mexikanischen Regierung vor, mit der Überstellung Guzmáns von den landesweiten Protesten gegen die Anhebung der Benzinpreise ablenken zu wollen. Der Anwalt schloss nach der Ablehnung der Einsprüche durch das Oberste Gericht nicht aus, dass er nach einer Prüfung der Ablehnungsgründe den interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof anrufen werde.

Gründer des Sinaloa-Kartells und einst mächtigster Drogenbaron der Welt

Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an die USA gewehrt. Staatspräsident Enrique Peña Nieto hatte stets erklärt, dass "El Chapo" von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle.

"El Chapo" (mexikanisches Spanisch für "der Kurze") galt einst als mächtigster Drogenboss der Welt. Er gründete Ende der 1980er Jahre das Sinaloa-Kartell, als die Bande des Drogenhändlers Miguel Ángel Félix Gallardo nach dessen Festnahme zerfiel. Die Brüder Arellano Félix gründeten das Tijuana-Kartell, Guzmán das konkurrierende Sinaloa-Kartell. Das Verbrecherkartell hat eine starke Präsenz in den Vereinigten Staaten.

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