Bei der Familientragödie in Hornsen mit drei Toten hat der Täter offenbar kaltblütig auf seine Familie geschossen. Die Waffen hortete er illegal.

Elf gezielte Schüsse, einmal lud der Forstwirt Christian H. nach: Ein 37 Jahre alter Mann bei Hildesheim hat seine Partnerin, ein gemeinsames Kind und sich selbst getötet sowie drei Kinder verletzt. Nur die sechs Jahre alte gemeinsame Tochter entkam dem blutigen Familiendrama am Mittwochabend körperlich unverletzt.

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Illegael Waffen im Haus: Beamten sichern ein Gewehr am Tatort in Hornsen. (© Foto: AP)

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Der Forstwirt habe zunächst seine vor dem Haus im Auto sitzende 40 Jahre alte Lebensgefährtin mit drei Schüssen getötet, sagte am Donnerstag der Leiter der Mordkommission, Guido Nolte, in Hildesheim. Als die Polizei das Haus in der kleinen Ortschaft Hornsen stürmte, entdeckten die Beamten die Leiche des Schützen.

Der Mann habe nach den Schüssen auf seine Partnerin auf den gemeinsamen achtjährigen Sohn Niklas, die 14-jährige Tochter und den 16 Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin sowie einen 15-jährigen Freund der Kinder gefeuert. Die Tochter sei inzwischen aus dem künstlichen Koma erwacht, und auch der Freund der Kinder sei offenbar "über den Berg". Der 16 Jahre alte Sohn befinde sich aber noch immer in einer kritischen Verfassung, sagte ein Polizeisprecher.

Die Mutter des Freundes habe sich mit den verletzten Kindern und der unverletzten Sechsjährigen aus dem Haus zu Nachbarn retten können, sagte Nolte. Wenige Minuten nach der dramatischen Flucht sei der Achtjährige in dem Nachbarhaus gestorben.

Der Schütze hat nach ersten Ermittlungen bei der Bluttat nachgeladen. Die Tatwaffe hatte ein achtschüssiges Magazin, es seien aber elf Schüsse abgefeuert worden, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann am Donnerstag.

Christian H. hatte insgesamt drei Waffen in seinem Haus. Neben der Tatwaffe - eine halbautomatische amerikanische Ruger- Pistole - hätten die Beamten eine Doppelflinte unter dem Bett des Paares und eine Signalpistole entdeckt, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann.

Der Mann sei kein Jäger gewesen, und als Forstwirt habe er keine Schusswaffen mit sich führen dürfen. "Der Schütze hat einen Waffenschein beantragt, diese Waffen waren allerdings noch nicht eingetragen, so dass hier hier von illegalem Besitz auszugehen ist", sagte Seemann. Der Mann wollte nach Angaben Seemanns offenbar Mitglied eines Sportschützenvereins werden.

Gegen den Täter hatte die Polizei 1998 wegen Bedrohung ermittelt. Das Verfahren sei jedoch eingestellt worden und habe nach derzeitiger Kenntnis nichts mit der Tat zu tun, betonte Seemann. Die Hintergründe des Familiendramas seien zwar noch nicht geklärt. "Es gibt aber Hinweise auf Konflikte in der Beziehung sowie Eifersucht des Schützen und wirtschaftliche Schwierigkeiten innerhalb der Familie", sagte Nolte.

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(dpa/grc)