Diplomaten: "Peinliche Angelegenheit" Iranische Munition auf deutschem Schiff entdeckt

US-Kriegsschiffe haben einen deutschen Frachter gestoppt, der iranische Munition geladen hatte. Der Vorfall hat zu Verstimmungen zwischen USA, Iran und Deutschland geführt.

Ein heikler Vorfall auf dem Golf von Suez hat für Ärger zwischen Iran, den USA und der deutschen Bundesregierung gesorgt: Wie der Spiegel berichtet, zwangen zwei US-Kriegsschiffe am vorvergangenen Wochenende den Frachter Hansa India zum Halt. Laut dem Bericht stürmten Soldaten das Schiff der Hamburger Reederei Leonhardt&Blumberg und durchsuchten die Ladung. Die Reederei teilte mit, dass der Frachter seit Jahren an die iranische Staatsreederei Islamic Republic of Iran Shipping Lines verchartert ist.

Beim Durchsuchen des Schiffes stießen die amerikanischen Soldaten laut Spiegel auf sieben Container mit Geschosshülsen des Kalibers 7,62 Millimeter - offenbar Munition für Kalaschnikow-Gewehre. Außerdem hätten sie Rohlinge gefunden, die für die Herstellung von Geschossen benutzt werden könnten. Wie Ermittler vermuten, handelt es sich bei der Fracht um eine Waffenlieferung aus Iran nach Syrien.

Die US-Regierung bezieht sich bei dem spektakulären Einsatz laut Spiegel auf die Uno-Resolution 1747, die jegliche Lieferung von Waffen oder "zugehörigem Material" in oder aus Iran untersagt.

Nach einer Intervention der Bundesregierung haben sich die Amerikaner bereit erklärt, den Frachter weiter nach Malta fahren zu lassen. Dort wurde die illegale Ladung vernichtet. Die Hansa India soll am 17. Oktober wieder in Hamburg ankommen.

In Deutschland sind laut dem Bericht mehrere Ministerien mit dem Vorfall beschäftigt, Diplomaten bezeichneten den Vorgang als "peinliche Angelegenheit".