Diebstahl an Selbstbedienungskasse Londoner zahlt immer nur Zwiebeln

Zwiebeln, ständig Zwiebeln an der Selbstbedienungskasse: Ein Mann aus London hat über Monate hinweg seine Supermarkt-Einkäufe als Zwiebeln gescannt. Weil es die in dem Geschäft aber gar nicht zu kaufen gab, musste er sich nun vor Gericht verantworten.

Zu den Errungenschaften unserer Zeit gehört zweifelsfrei der Supermarkt. Die Selbstbedienungsläden unserer Zeit machen das schnelle Einkaufen zu einem Kinderspiel, zumindest theoretisch. Weil das Konzept in der Praxis auch nach Jahrzehnten noch manche Schwäche hat, grübelt die Industrie permanent über neuen Erfindungen, die das Einkaufserlebnis noch angenehmer, schneller und damit ertragreicher machen sollen. Vor allem im angelsächsischen Raum gehört dazu seit Jahren schon: die Selbstbedienungskasse.

Mit ihr kann der Kunde schnell und unkompliziert seinen Einkauf abschließen. Wie sich nun in London zeigte, kann das System aber noch mehr: Dieben den Diebstahl erleichtern. Ein Mann musste sich dort nun vor Gericht verantworten, weil er über drei Monate hinweg seine Einkäufe falsch in die Selbstbedingungskasse eingegeben hatte. Erst beim 20. Einkauf fiel die Dieberei einem Wachmann auf, berichtet die Tageszeitung The Telegraph.

Der Mann habe die Einkaufswaren als lose Zwiebeln ins System eingetippt. Ein Produkt, das der Supermarkt zu diesem Zeitpunkt gar nicht im Angebot gehabt habe. Mit dieser Masche habe der Mann insgesamt 450 Pfund (538 Euro) ergaunert, hieß es in dem Bericht. Der 25-jährige ehemalige Hockeyprofi sei bereits in der Vergangenheit wegen Diebstählen mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Avocados statt Zwiebeln

2012 habe er bei einer Party ein Mobiltelefon gestohlen, 2011 sei er erwischt worden, als er Champagner als Bleichmittel getarnt aus einem Laden schmuggeln wollte. Als Motiv für seine jüngsten Taten gab der Mann an, er habe Angst vor Jobverlust gehabt, außerdem habe seine Ex-Freundin ein Baby erwartet. Sein Verteidiger betonte, bei den falsch gescannten Waren habe es nicht etwa um Champagner oder solche Dinge gehandelt, sondern beispielsweise "um eine Avocado".

Der Richter ließ sich davon nicht beeindrucken und verurteilte den Angeklagten zu 180 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Strafzahlung in Höhe von 250 Pfund. "Diebstahl in einem Supermarkt ist immer ernst zu nehmen, es erhöht die Kosten der Waren für die ehrlichen Mitglieder der Gesellschaft, die für die Waren bezahlen müssen, die durch Unehrlichkeit verloren gehen", sagte der Richter.