Von J. Nitschmann

Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrsbetriebe zieht personelle Konsequenzen aus dem Einsturz: KVB-Vorstandsdirektor Walter Reinarz droht die Entlassung.

Nach dem Auftauchen brisanter Bauakten über Zwischenfälle beim Kölner-U-Bahn-Bau, die möglicherweise zum Einsturz des Historischen Archivs geführt haben, droht dem Vorstandsdirektor der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), Walter Reinarz, die Beurlaubung oder die Entlassung. Dies wurde am Dienstag aus Kreisen des KVB-Aufsichtsrates bekannt.

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Schwierige Suche in den Trümmern: THW-Helfer bergen Archivmaterial. (© Foto: dpa)

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Dessen Vorsitzender Wilfried Kuckelhorn erklärte, in der mehr als fünfstündigen Aufsichtsratssitzung am Montagabend seien "Kritik und Unzufriedenheit an der Informationspolitik des KVB-Vorstandes" geäußert worden. Die "erforderlichen Konsequenzen" würden auf einer Aufsichtsrats-Sondersitzung am kommenden Dienstag gezogen.

Nach dieser Erklärung ist davon auszugehen, dass der für das U-Bahn-Projekt verantwortliche technische KVB-Vorstand Reinarz offenbar von seinen Funktionen entbunden werden soll. Reinarz wird dafür verantwortlich gemacht, dass Bauprotokolle, in denen bereits sechs Monate vor dem Archiveinsturz alarmierende Zwischenfälle beim U-Bahn-Bau vermerkt sind, von der KVB-Führung vertuscht worden sind. Falls Reinarz kein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden kann , würde er für die Restlaufzeit seines Vertrages etwa 800.000 Euro und danach eine Jahrespension von etwa 100.000 Euro von der KVB kassieren.

Aufgrund eines Antrags der Grünen wird sich auch der Düsseldorfer Landtag mit der Kölner Einsturz-Katastrophe beschäftigen, bei der zwei Menschen ums Leben kamen. Die Grünen verlangen von der Landesregierung "die organisierte Verantwortungslosigkeit" beim Kölner U-Bahn-Bau umgehend zu beenden und die Bauaufsicht nicht weiter bei dem Bauherrn selbst, der KVB, zu belassen.

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(SZ vom 25.03.2009/hai)