Es ist die schlimmste Bluttat auf einem Campus in der US-Geschichte: An der Technischen Hochschule von Virginia dringt der Täter erst ins Wohnheim ein, dann in ein Vorlesungsgebäude - zurück bleiben mindestens 33 Tote und die Angst.
Schüsse erschallen, und drei, vier dunkle Gestalten hetzen über die Straße. Die Polizisten strecken beide Arme aus und gehen, während ihre Hände die Pistolen fest umklammern, in die Hocke.
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Hinter zwei Büschen und einer mächtigen Eiche suchen sie Schutz, als es plötzlich wieder knallt: knack - knack, knack. Wie gelähmt verharren die Männer in den schwarzen Uniformen, wo immer sie gerade Stellung bezogen haben in diesem Häuserkampf.
Ihre Waffen zielen auf den Eingang von Norris Hall, dem Vorlesungsgebäude, aber sie feuern nicht. Wie auch, auf wen? Die Beamten wissen ja nicht, wer sich hinter der braunen Flügeltür verbirgt. Aber sie ahnen: Jeder Knall kann bedeuten, dass drinnen, hinter den dicken Sandsteinmauern des Lehrgebäudes, ein weiterer Student stirbt. Dass ein unbekannter Amokläufer seine Waffe auf noch eine Geisel richtet und abdrückt.
Es ist viertel nach neun Uhr morgens in Blacksburg, dem beschaulichen Universitätsstädtchen am Fuße der Appalachen, und es herrscht Krieg.
Erst Stunden später, am frühen Nachmittag, riskieren die Behörden eine erste Bilanz: Mindestens 33 Menschen hat ein noch unbekannter Täter auf dem Gelände der Universität hingerichtet, etwa ebenso viele Studenten und Professoren wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.
Wie viele von ihnen mit dem Tode ringen, ist nicht bekannt. Genau so, wie die Identität des Mörders oder sein Motiv zunächst im Dunkeln bleiben.
Schreie aus dem Schlafraum
Zwei Stunden ist es her, dass auf dem Campus der Virginia Tech, der Technischen Universität des US-Bundesstaates, die ersten Schüsse fielen, und Jamal Albarghouti wirft sich auf den Boden. Denn da hat es gerade wieder geknackt, ein Schuss aus einem Fenster von Norris Hall zielte offenbar auf die Polizisten, die der Student und angehende Bauingenieur gerade eben mit der Videokamera seines Handys eingefangen hat.
Die Kamera wackelt, für einen kurzen Moment sind der graue Himmel und die dunklen Wolken zu sehen. Die Bäume wiegen sich im Wind. Dann herrscht Stille. Totenstille.
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"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
Bundespräsident Gauck in Israel
Es wurde bereits mehrmals angemerkt, dass die Berichterstattung der SZ ein geradezu erbärmliches Niveau erreicht hat. Ich schliesse mich dieser Meinung an, in der Hoffnung, dass die Masse der Leser doch noch Einfluss auf die Zeitungsmacher hat. Damit es nicht wieder heisst, "wir geben den Leuten nur, was sie wollen."
Ich bin sicher, kein SZ-Leser möchte derart schlechten Journalismus vorgesetzt bekommen.
Zitat aus diesem Artikel: "Noch steht die Universität unter Schock. Aber erste Fragen tauchen bereits auf. Viele mögen geahnt haben, dass Unheil in der Luft liegt. Vor gut zwei Wochen war beim Rektorat eine erste Bombendrohung eingegangen - Fehlalarm."
Kannst Du keine äh, Sätze, nur noch Fragmente. Mit diesem Bild, also das heißt einfachen Schreibstil... Mann, was Unheil. Und die Überschrift - supergeil! "Auf dem Campus des Todes." Wie bei Stephen King. Praktikant am Start mal wieder, was?!
Ich pflichte meinen Vor-Kommentatoren bei: SZ-online ist im Niveau immer mehr gesunken, und wenn man die Hauptseite öffnet, meint man, man ist bei einer Boulevardzeitung gelandet. Auf der Hauptseite tauchen kaum mehr politische Themen auf, und schon gar keine internationalen. Ich lese jetzt immer häufiger andere Zeitungen.
Schon seit längerem stelle ich fest, wie sehr sich das Niveau der SZ-Online-Ausgabe einem Bildzeitungsniveau angleicht. Nicht nur, daß die Artikel schlecht redigiert sind, sie enthalten Rechtschreibfehler, daß sich mir Haare sträuben. Doch die Art, wie jetzt über dieses entsetzliche Massaker berichtet wird, verschlägt mir den Atem. Ich empfehle die Darstellung der FAZ, da findet man sachliche Informationen. Ich wende mich angewidert der SZ ab. Schade eigentlich, denn ich habe diese Zeitung früher sehr gerne gelesen.
Wie ich sehe, bin ich nicht die Einzige, der der Schreibstil auffällt und missfällt. Diese Art der Berichterstattung ist man von anderen Formaten durchaus gewöhnt. Reisserisch und sensationslustig. Auf jeden Fall nicht, was ich in der Sueddeutschen Zeitung erwartet hätte. Im besonderen der Artikel "Auf dem Campus des Todes" mutet mehr wie ein Abenteuer-Kriminal-Roman oder ein Action-Movie-Drehbuch an. Die Tatsachen werden aufgebauscht und es wird viel "drum herum gesponnen". Allerdings sind dies nicht die ersten Artikel, bei denen ich so empfinde.
Vielleicht bin ich auch zu empfindlich und "konservativ"? Vielleicht hat sich der sachliche und auf Fakten basierende Journalismus gewandelt - die Menschen stumpfen in der heutigen Welt immer mehr ab und wollen um jeden Preis unterhalten werden. Dem passt sich offenbar auch die Berichterstattung an.
Wie dem auch sei, lassen wir die Art der Berichterstattung mal beiseite - ich beobachte mit Entsetzen Taten wie diese. Unweigerlich fragt man sich, was der Grund für soetwas ist. Und welche dutzend Nebenfaktoren noch mitwirken. Zu Ersterem hat wohl keiner eine Antwort. Zu Zweiterem, gehört meiner Meinung nach, in diesem Fall beispielsweise das Schusswaffengesetz in den USA. Ich bin absolut gegen den privaten Besitz von Schusswaffen und ich bin gespannt, ob wir eine Änderung dieses Gesetzes in den USA eines Tages erleben dürfen. Vorerst wohl eher nicht.
Den Opfern gilt mein tiefstes Mitgefühl und ich weiß bei Leibe nicht wie, aber ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sie den Schmerz verarbeiten, bewältigen.
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