Die Inszenierung des Freitods einer Würzburger Rentnerin durch den ehemaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat die Öffentlichkeit schockiert: Der Staat soll Geschäfte mit dem Suizid verhindern, aber er muss Sterbenden ein Ableben ohne Schmerzen ermöglichen.
Oft denk ich an den Tod, den herben Und wie am End ich's ausmach?! Sanft im Schlafe möchte ich sterben Und tot sein, wenn ich aufwach!
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Roger Kusch, Bettina S.: Wie weit darf das Sterben reglementiert werden? (© Foto: AP)
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Carl Spitzweg
Viele ältere Holländer haben eine "Credo Card" in ihrer Geldbörse, auf der ihr Lebenswunsch eingestanzt ist: "Maak mij neet dood, Dokter". In den Niederlanden ist nämlich die aktive Sterbehilfe erlaubt, das dortige Gesetz über die "Kontrolle der Lebensbeendigung auf Verlangen und die Hilfe bei Selbsttötung" lässt den Sterbe-Assistenten straflos.
Das niederländische Gesetz formuliert, so nennen das die Juristen, einen "besonderen Strafausschließungsgrund" für den Arzt, der "zu der Überzeugung gelangt, dass der Zustand des Patienten aussichtslos und sein Zustand unerträglich ist".
Das Geschäft mit der Selbsttötung
Die Ängste älterer Menschen in Holland davor, zu schnell "totgemacht" zu werden, haben sich in Deutschland offenbar nicht herumgesprochen. Hier sind die Ängste anderer Art: Es gibt viel Angst vor einem "schlechten Sterben", also vor dem Dahinvegetieren vor dem Tod. In Umfragen wünschen sich mehr als zwei Drittel der Befragten, dass in Deutschland die aktive Sterbehilfe, zum Beispiel bei einer tödlichen Krankheit, erlaubt wird.
Diese Ängste und Wünsche bereiten die Bühne für Sterbehilfe-Aktivisten wie Roger Kusch aus Hamburg, die eine "Gelegenheit zur Selbsttötung" kommerziell anbieten. Ihnen will ein Gesetzentwurf, der am Freitag im Bundesrat abgestimmt wird, das mortale Handwerk legen. Er zielt darauf ab, "der gewerblichen und organisierten Suizidbeihilfe die Basis zu entziehen".
Ins Strafgesetzbuch soll ein neuer Paragraph 217 eingefügt werden, der die "gewerbliche und organisierte Suizidbeihilfe" bestraft und wie folgt lautet: "Wer ein Gewerbe betreibt oder eine Vereinigung gründet, deren Zweck oder Tätigkeit darauf gerichtet ist, anderen die Gelegenheit zur Selbsttötung zu gewähren oder zu beschaffen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Kommerzialisierung des Suizids
Absatz 2 des neuen Paragraphen will das Führungspersonal der Selbsttötungshilfe-Vereine strafrechtlich packen: Auch wird bestraft, wer für einen solchen Verein "als Mitglied oder Außenstehender geistig oder wirtschaftlich eine maßgebliche Rolle spielt".
In der Gesetzesbegründung wird erstens davor gewarnt, dass ein sich etablierendes Selbsttötungs-Gewerbe Menschen "in einer momentanen Verzweiflungssituation" in den Tod locken könnte - "psychisch kranke, auch altersdemente, depressive oder unter akutem Liebeskummer leidende Personen".
In der Begründung heißt es zweitens, dass sich durch die "scheinbare Normalität der Selbsttötung" eine gesellschaftliche Erwartungshaltung entwickelt, wonach "schwer kranke und alte Menschen ihren Angehörigen nicht dauerhaft zur Last fallen" sollen. Und drittens warnt die Gesetzesbegründung vor einer "Kommerzialisierung" des Suizids: Es sei "schlechterdings nicht hinnehmbar", dass Selbstmord-Gerätschaften, womöglich "im Wege des Versandhandels" angeboten und um Kunden geworben werde.
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"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Herr über Leben und Tod wird ein unerfüllter Wunsch für die menschliche Spezies bleiben, so sehr sie sich auch versucht, auf diesem Planeten als ernsthafte Gefahr zu beweisen.
Das Leben wird geschenkt, auch wenn diejenigen, die es veruchen zzu beeinflussen, den Schöpfer spielen. Wir wissen nicht, woher wir kommen und wohin wir gehen. Denn das, was die Einzigartigkeit unserer Person ausmacht, können wir nur ahnen, teilweise auch wahrhemen, aber niemals verändern. Änderungen können wir die Verkleidungen, damit das eine besser herausheben und das andere verstecken, so dass sich der Eindruck verändert. Das ist dann aber auch alles.
Die begriffliche Verwirrung, die beim Thema Sterbehilfe existiert, zeigt sich auch durch die falsche Verwendung der Begriffe durch den Autor.
"Viele Ärzte glauben fälschlicherweise, sie bekämen es schon bei der passiven Sterbehilfe, also bei einer lebensverkürzenden schmerzstillenden Medikation 'mit dem Staatsanwalt zu tun'."
Als passive Sterbehilfe wird das Zulassen des Sterbens bezeichnet, z.B. durch Abstellung künstlicher Beatmung (oder die Nicht-Einleitung).
Die Gabe einer lebensverkürzenden schmerzstillenden Medikation dagegen wird als indirekte Sterbehilfe bezeichnet.
Ob es eine lebensverkürzende Wirkung von schmerzstillenden Medikamenten gibt (z.B. Morphinen) ist unter Fachleuten umstritten, der Begriff der indirekten Sterbehilfe sollte daher nicht verwendet werden.
Der Autor ist mit seiner Verwechslung nicht allein, verschiedene Studien unter z.B. Chefärzten oder Richtern haben gezeigt, dass nur ein kleiner Teil die verschiedenen Formen der Sterbehilfe richtig zuordnen kann.
Diese Begriffsverwechslung ist höchst bedauerlich, da viele Ärzte auch das Zulassen des Sterbens (also die sog. passive Sterbehilfe) für strafbar halten und sich so nicht trauen, Schwerkranke sterben zu lassen.
Soso, es gibt ein Recht auf den schmerz- und angstfreien Tod. Und wo kann ich den Einklagen? Darf ich das schon vor meinem Tod oder erst hernach?
Und woher kommt das Recht? Vielleicht verwechselt der Autor ja auch Staat und Gesellschaft. Nicht alles kann der Staat mit Gesetzen in den Griff kriegen, vielleicht ist auch ab und an die Gesellschaft gefragt.
So jedenfalls wie es im Artikel steht ist es ein ziemlicher Schmarrn.
Alle Lösungen, nach denen die Menschen zur Zeit suchen, finden sie normalerweise in sich selbst. Die Gefühle und Reaktionen, die die Erschütterungen um uns herum in uns hervorrufen, verlangen nach Wiederherstellung unser selbst, indem wir erkennen, was abgeht - denn nur durch Erschütterung und Auflösung kann Neues entstehen. Der Zyklus des Lebens beeinhaltet nunmal Tod, gefolgt von einer Neugeburt, gleich dem Phönix aus der Asche ;) Das Prinzip der Reinkarnation, das später aus allen heiligen Schriften entfernt wurde, ist heute nur noch sehr wenigen vertraut. Dies zu verstehen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt für uns Menschen. Die Lösung steckt nämlich in einer multidimensionalen Perspektive, die wir jetzt beginnen sollten einzunehmen, zusammenzufügen, und ihren Sinn und Zweck zu erkennen.
Schließt doch endlich Frieden und sammelt euch mit euren Liebsten, Freunden; ehrt und respektiert euch endlich mal einander, und schränkt niemandes Freiraum ein! ob durch Wort oder Tat - und niemand wird freiwillig sein Leben beenden wollen. Erweist allem Ehre, wie sie auch euch erwiesen wird, und versteht, dass sich auch die großen Wunden der menschlichen Psyche nun immer doller zeigen - Wunden, die ein Vermächtnis unserer Gene sind, Wunden, die in Form von Dunkelheit immer wieder weitergereicht werden. Sie alle kommen jetzt deutlicher zum Vorschein, und beizeiten scheint es, als ob den Menschen die Heilaufgabe über den Kopf wächst und es keine Salben, keine Antibiotika gibt, die die nun hervorstechenden Gebrechen des Geistes kurieren könnten. Diese Gebrechen und Missstände werden aber langsam immer sichtbarer, Amen