Von Christian Mayer

Paris Hilton als Trunkenheitsfahrerin. Britney Spears als Skinhead-Mama. Amy Winehouse in ihrer Paraderolle als Wrack. Für Klatsch und Tratsch über die VIPs bietet das Jahr genug, für echte Einblicke wenig.

Die sensationellsten Enthüllungen sind oft jene, die am schnellsten vergessen sind. Erinnert sich noch jemand an das mediale Gedöns, als Madonna in Malawi unterwegs war, um die Adoption ihres Ziehsohnes David voranzutreiben?

Angelina Jolie, Brad Pitt, AP

Angelina Jolie and Brad Pitt: wieder einmal das globale Traumpaar des Jahres (© Foto: AP)

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Was bleibt haften von den Berichten über die wahlweise schwarzhaarige, blonde und kahlköpfige Skandalmutter Britney Spears, abgesehen von der Druckerschwärze am Finger? Und lohnt es sich, eine Jahresbilanz der unvermeidlichen Paris Hilton zu ziehen, die nach einer Trunkenheitsfahrt erstmals auch im Gefängnis das PR-Geschäft betreiben konnte?

Unerbittlich läuft die Marketingmaschine weiter, die uns täglich neue Promi-Bilder liefert. Und doch kann es geschehen, dass den Stars noch aufrichtige Verehrung  entgegenschlägt.

Anfang November stellten Wächter im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud fest, dass die Figuren von Brad Pitt und George Clooney das Opfer von liebesbedürftigen Fans geworden waren - Unbekannte hatten die wächsernen Beaus zu stark abgeschleckt und betatscht. Auf Clooneys Wangen fanden sich Lippenstiftreste, und Pitts Po war dermaßen abgegriffen, dass er wieder glattgebügelt werden musste. Es ist eben doch nicht alles nur Schein, was glänzt.

Apropos Brad Pitt: "Brangelina" war noch einmal das globale Traumpaar des Jahres, wobei die 32-jährige Angelina Jolie weniger als Schauspielerin wahrgenommen wird, sondern als "Hollywoods berühmteste Mutter" (Bunte). Diese Verbindung bietet alles, was Klatschmagazine verlangen: Superstars mit Vorgeschichte und immer wieder dementierten Heiratsplänen, vier Kinder (davon drei aus Drittweltländern adoptiert) und jede Menge Magersucht- und  Trennungsgerüchte.

Interviews mit Angelina Jolie über ihre humanitären Projekte und ihr "völlig normales" Familienleben werden stets als Weltsensation angepriesen, auch wenn sie so interessant sind wie Pressemitteilungen der Telekom. Und auch im Kino konnten die beiden Vermarktungskünstler märchenhafte Erfolge verbuchen. Während Brad Pitt zuletzt den Westernhelden Jessie James verkörperte, war Angelina Jolie als vollständig digitalisierte Königin der Finsternis in "Beowulf" zu sehen. Sie war sogar nackt, in einer Szene, aber natürlich nicht wirklich.

Wer ist normal in Hollywood?

Derart perfekte Inszenierungen sind selten, auch in Hollywood, wo seit kurzem auch David und Victoria Beckham eine Bleibe haben. Dass die Beckhams völlig normal sind, würden übrigens nicht mal ihre Berater behaupten.

Sportlich war das Jahr für Ehemann David eher unbefriedigend, nach der Vorrunde für seinen neuen Verein Los Angeles Galaxy war die Saison schnell wieder vorbei, und er musste sich wieder auf das verlegen, was er am besten kann - gut aussehen.

Dafür konnte Victoria Beckham Teilerfolge verbuchen: Sie spielte sich selbst in einer Reality-TV-Serie, präsentierte ihren neuen Duft "Intimately Beckham Night" und arbeitet nun sehr hart an einem Comeback-Versuch mit ihrer früheren Mädchen-Band "Spice Girls". Angeblich stärkt sich "Posh" sogar mit Spinat. In Hollywood eine Droge der harmlosen Art.

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