Sieben Jahre war sie unterwegs. Jetzt ist die Sonde auf dem Saturn-Mond Titan gelandet und soll den Forschern berichten, wie es einst auf der Erde ausgesehen haben könnte.
Sollte es Außerirdische auf dem Saturnmond Titan geben, so werden sie an diesem Wochenende die Gelegenheit haben, viel über Menschen zu lernen.
Bild vergrößern
So könnte es aussehen, wenn die europäische Raumsonde Huygens an einem Fallschirm auf die Oberfläche des Saturn-Mondes Titan herabsinkt. (© Foto: dpa)
Anzeige
An Bord der Raumsonde "Huygens", die am Freitag auf Titan landete, befindet sich eine CD mit Grußbotschaften in zahlreichen Sprachen. "Frieden allen Titaniern", ist darauf unter anderem zu hören.
Aber nicht nur, dass auf der Erde viele Sprachen gesprochen werden, könnten die Bewohner des Saturnmonds erfahren, sondern auch, welche Probleme die Bewohner des blauen Planeten besonders plagen.
Die Botschaft eines Niederländers an die Außerirdischen lautet wie folgt: "Wenn Sie Arbeit für mich haben, dann setzen Sie sich mit mir in Verbindung."
"Wir haben ein Signal"
Es wäre kein besonders angenehmer Arbeitsplatz, denn die Umweltbedingungen auf Titan sind nach menschlichen Maßstäben ausgesprochen ungemütlich. Wie Wissenschaftler der europäischen Raumfahrtagentur ESA berichten, besteht die Atmosphäre zu 95 Prozent aus Stickstoff und zu fünf Prozent aus Methan.
Die oberste Schicht der Gashülle besteht aus einer dichten Smogschicht. Aus dem Himmel regnen unablässig ätzende Substanzen wie Azethylen auf die Oberfläche. Dazu kommen Temperaturen um die 180 Grad unter Null.
Fachleute sind daher sicher, dass es auf dem Saturnmond keine komplexen Lebensformen gibt. Allerdings: Abgesehen von der Temperatur muss es auf der Erde vor 3,8 Milliarden Jahren ganz ähnlich ausgesehen haben. "Titan führt uns zurück zu den Bedingungen, die früher auf der Erde geherrscht haben", erklärt ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood: "Es ist alles da für die Entstehung des Lebens, außer Sauerstoff."
Inwieweit die Landung von "Huygens" ein wissenschaftlicher Erfolg geworden ist, wird sich erst in den nächsten Tagen erweisen. Aber schon die Tatsache, dass der zweieinhalb Stunden währende Abstieg durch die Atmosphäre weitgehend planmäßig verlief, wurde am Freitag im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt als großer Erfolg gewertet.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
Frauen in Saudi-Arabien