Blaulicht ist nicht gleich Blaulicht - kein Einsatz ist wie der andere. Aber: Polizisten erleben nicht nur Schreckliches. Ein Rückblick auf die skurrilsten Einsätze.
Sie sehen oft schwerverletzte oder tote Menschen, sie müssen zwischen Streitende treten und bekommen oft genug deren Wut zu spüren, sie sind diejenigen, die spätnachts oder am Feiertag an der Haustür klingeln und eine unangenehme Nachricht überbringen müssen- manchmal ist der Job des Polizisten aber auch durchaus unterhaltsam.
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Im Juli sperrten Polizeibeamte für eine siebenköpfigen Schwanenfamilie die Autobahn A 61 auf der Höhe von Walldorf: Die Schwanen-Eltern wollten ihren Nachwuchs schnurstracks über die die vielbefahrerene Straße führen. (© Foto: dpa)
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In Nordrhein-Westfalen hat es im Jahr 2009 einige skurrile Einsätze gegeben: Die "Operation schläfriges Wiesel" etwa unternahm die Polizei Viersen im Juni dieses Jahres. Ausgerechnet im Schaufenster eines Bekleidungsgeschäfts in Dülken machte ein müdes Wiesel ein Nickerchen. Alle Weck-Versuche scheiterten. Das Raubtierchen schlief sogar noch weiter, als die Beamten es im Einkaufskorb zur Wache fuhren.
Manchmal brauchen mutige oder ignorante Bürger aber gar keine Hilfe von der Polizei: In Bielefeld ignorierte eine 52-jährige Frau die Drohungen eines mutmaßlichen Räubers und ging einfach weiter, als der seine Waffe zückte. Mit einem beleidigten "dann eben nicht" zog dieser von dannen.
Deutschlands dümmster Bankräuber
Noch dümmer stellte sich ein Bankräuber in Bielefeld an: Dem Mann ging es nicht schnell genug, also schlug er mit seiner Waffe gegen den Kassencomputer. Damit löste er einen Totalausfall der Rechner aus und trottete beutelos davon.
Für die Beamten ist es eine lästige Aufgabe, jugendliche Schulschwänzer auf der Straße einzusammeln und zum Unterricht zu bringen. Einen besonders dämlichen hat ein Polizist in Recklinghausen getroffen: Mit einem dicken Rechtschreibfehler auf einer gestohlenen Arztbescheinigung hat sich der 18-Jährige selbst verraten. Er legte seinem Lehrer ein Attest vor, um nicht am Unterricht teilnehmen zu müssen. Dumm nur, dass der Schüler die Rechtschreibung nicht beherrschte: Die Diagnose "Herzrückmusstörung" machte den Lehrer stutzig. Eine Überprüfung der Polizei ergab, dass das Attest aus einem Einbruch in eine Arztpraxis stammte.
Vor Rechtschreibschwäche sind auch jene Menschen nicht sicher, die die Schule schon lange verlassen haben: Mit einem stümperhaft gefälschten Fantasie-Führerschein wollte sich ein 29-jähriger Autofahrer auf der A 42 bei Herne durch eine Polizeikontrolle mogeln. Auf der Spezial-Anfertigung des Dokuments war das Wort "Präsident" aufgedruckt. Nicht nur, dass dieses Wort nichts auf einem deutschen Führerschein zu suchen hat, es war auch noch mit "e" anstatt "ä" geschrieben.
Polizisten mögen Tiere
Gelegentlich bekommt die Polizei bei der Verbrecheraufklärung aber auch vierbeinige Hilfe: Dem ausgeprägten Spürsinn von Riesenschnauzer Arco ist es zu verdanken, dass die Polizei 18 vermisste Schmuckstücke fand. Der Hund aus dem Kreis Düren entdeckte im Gebüsch eine schwarze Herrensocke, Größe 44 bis 46, in der Armreifen, Ringe, Hals- und Ohrschmuck versteckt waren. Freudig wedelnd überreichte Arco seinem Herrchen den Fund.
Weil die Polizei auch Freund und Helfer von Tieren ist, kommt sie ihnen manchmal näher als sie eigentlich will: In Aachen beherbergte ein Polizist drei elternlose Blaumeisen, in seiner Dienstmütze, die ihm ein Finder zuvor anvertraut hatte. Die drei frechen Flattertiere bescherten dem Beamten dann jede Menge unangenehme Hinterlassenschaften in der Kopfbedeckung.
Fliegende Gummibärchen bemerkte die Polizei auf der Autobahn A 1 bei Münster: Die zunächst unbekannten Flugobjekte segelten von einem Auto zum anderen. Die Auflösung folgte schnell: Ein Fahrer hatte beim Überholen eines Cabrios gefragt, ob dort Bedarf an Naschwerk bestehe. Auf das "Ja" folgte der Gummibärchen-Regen - und eine Flugobjekt-Verwarnung der Ordnungshüter. Hinweis der Polizei: "Im Auto saß nicht Thomas Gottschalk".
"Dein Freund und Helfer"
Manchmal nehmen Bürger den Slogan "Die Polizei, dein Freund und Helfer" etwas zu wörtlich: Eine liebeshungrige Frau aus dem Ruhrgebiet verwechselte die Notrufnummer 110 offenbar mit einer Flirt-Hotline. 13 Mal rief die 44-Jährige bei den Beamten an, weil sie "den Polizisten fürs Leben" suchte. Eine Streife musste ihr schließlich den Handy-Akku abnehmen. Ihr Versöhnungsangebot, am nächsten Tag einen Kuchen auf die Wache zu bringen, schlugen die Beamten lieber aus.
In Grevenbroich hielt eine Rentnerin die Beamten auf Trab: Sie rief bei der Dienststelle an und fragte, was die Abkürzung "GSG 9" bedeute. Ein Beamter erklärte: "Grenzschutzgruppe 9". Nach einer kurzen Pause habe sich die Frau mit den Worten "Ja, stimmt! 17 Buchstaben, das passt ins Kreuzworträtsel!" bedankt.
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(sueddeutsche.de/dpa/abis/kat)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
"In Aachen beherbergte ein Polizist drei elternlose Blaumeisen, in seiner Dienstmütze, die ihm ein Finder zuvor anvertraut hatte."
Eine Person, genannt "Finder", vertraut eine Dienstmütze einem Polizisten an, der dann die Meisen darin unterbringt? Typischer Agenturmist, der von der SZ gedankenlos weiterverbreitet weird.