Sie verachten alles, was nicht zu ihrem Kulturkreis gehört: In Berlin, Bremen und Essen beherrschen kurdisch-libanesische Großfamilien ganze Straßenzüge - und bedrohen sogar Polizisten.
Es war ein Mord mit Ansage, als Hussein E. am 30. Januar 2009 erschossen wurde.
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Einsatzkräfte nehmen in Berlin einen Mann fest: Die Hauptstadt ist einer der drei Sitze der kurdisch-libanesischen Clans. (© Foto: dpa)
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Nur wenige Wochen vor seinem Tod hatte sich der Libanese noch hilfesuchend an die Bremer Redaktion der taz gewandt: Er fühle sich massiv bedroht und befürchte, Opfer eines Racheakts zu werden.
Und tatsächlich lauerten ihm bald darauf im Bremer Vorort Schwanewede seine Mörder auf. Der 43-jährige Hussein E. starb noch am Tatort an den Schussverletzungen, seine Lebensgefährtin überlebte schwer verletzt. Der Mord auf offener Straße war der vorläufige Schlusspunkt einer ebenso typischen wie blutigen Auseinandersetzung zwischen kurdisch-libanesischen Großfamilien in Bremen.
Begonnen hatte die Fehde am Karfreitag 2006, als Hussein E. zusammen mit sechs anderen Männern eine Eckkneipe stürmte, um mit Angehörigen eines verfeindeten Clans abzurechnen. Bei dem Angriff kam ein 18-Jähriger ums Leben, drei weitere Menschen wurden schwer verletzt.
Wahrscheinlich ging es um gestohlenes Rauschgift; die genauen Hintergründe der Tat konnte das Bremer Landgericht auch nach 35 Verhandlungstagen nicht aufklären. Die vier Haupttäter setzten sich in den Libanon ab, wo sie gegen Kaution freigelassen wurden. Drei weitere Angreifer erhielten Ende 2007 Freiheitsstrafen - darunter Hussein E., der wusste, dass er nach seiner Freilassung das Ziel der Blutrache sein würde.
Denn die Clans sprechen ihr eigenes Recht.
"Brennpunkt der Kriminalität"
Für Dieter Kopetzki sind solche Verbrechen nichts Ungewöhnliches. Kopetzki leitet die Dienststelle für organisierte Kriminalität bei der Bremer Polizei. Schon seit Jahren sind er und seine Kollegen vom Landeskriminalamt mit einer ganz speziellen Klientel beschäftigt: Mitglieder kurdisch-libanesischer Großfamilien beherrschen den Kokainmarkt und das Rotlichtmilieu. Sie stellen einen "Brennpunkt der Kriminalität" dar, wie Kopetzki es ausdrückt - nicht nur in Bremen, sondern auch in Essen, aber vor allem in Berlin. Diese drei Städte sind die deutschen Hauptsitze der Clans.
Die chronisch unterbesetzte Polizei steht ihnen oft machtlos gegenüber. In das hermetisch abgeschottete Milieu aus verwandtschaftlichen Beziehungen können keine V-Leute eingeschleust werden. Es ist bereits schwierig, die wahre Identität von Verdächtigen zu klären, weil viele Libanon-Flüchtlinge bei der Einreise nach Deutschland ihre Pässe vernichtet haben. "Mit polizeilichen Mitteln ist das Problem nicht zu lösen", sagt Kopetzki über Bremen. "Die Strukturen sind hier schon zu verfestigt."
Seine Kollegen in Essen und Berlin können ähnliche Geschichten über Clans erzählen. Es sind Geschichten der Gewalt, aber vor allem der gescheiterten Integration in die deutsche Gesellschaft.
Allein in Berlin leben nach Angaben der Polizei zwölf kurdisch-libanesische Großfamilien mit jeweils mehreren hundert Mitgliedern und Ablegern in ganz Europa und dem Nahen Osten. Die meisten von ihnen flohen in den 80er Jahren vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat, andere nutzten das Durcheinander nach dem Mauerfall, um 1990 über die Grenze zu gelangen. Insgesamt wanderten nach Schätzungen weit mehr als 200.000 Menschen über den Libanon in die Bundesrepublik ein.
Eine Generation von Beinahe-Analphabeten
Die Asylgesetze begünstigten die fast völlige Abschottung der Menschen: Eltern durften jahrelang nicht arbeiten, Kinder waren von der Schulpflicht befreit.
Damit habe man eine Generation von Beinahe-Analphabeten erzeugt, schreibt der Berliner Sozialwissenschaftler Ralph Ghadban, der selbst aus dem Libanon stammt. Diese Versäumnisse rächen sich jetzt.
Zwar verfügt mittlerweile die Hälfte der Flüchtlinge über einen deutschen Pass, doch in ihrer neuen Heimat sind viele von ihnen nie wirklich angekommen. Im Gegenteil, sie schotten sich immer mehr ab. Nach Ansicht von Ghadban stellt gerade die zweite Generation der Libanon-Einwanderer inzwischen eine Gefahr für den sozialen Frieden dar. Denn aus ihren Reihen stammen viele der sogenannten Intensivtäter, junge Männer, die schon im Grundschulalter eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen haben.
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Hygiene
... haben es Waehler, und insb. Nichtwaehler, wie die von ihnen gewaehlten, wie nichtgewaehlten Politiker und Parteien, doch so hingenommen.
Und, schlimmer noch. Wenn die Erkenntnisse dazu vorliegen, die Problematiken weiter ignoriert, verdraengt, sogar -absurderweise- staatlich "sozialhilfe"-gegenfinanziert wurden und werden, und dessen Loesungen weiterhin unterlassen und/oder geduldet werden, dann liegt Vorsatz bei Fortsetzung und Verschlimmerung der Auswuechse vor.
Buerger, so fuerchte ich, die sich den rudimentierenden Rechtsstaat anschauen, denen die "Machtvollkommenheit" des alleinigen Gewaltinhabers 'Staat' nicht mehr zu nahezubringen ist, die auch zunehmend unter den rechtsstaatsfreien, 'no-go-area' Raeumen zu leiden haben, werden ihre eigenen Interessen sodann auf ihre Art zu loesen versuchen.
Es waere klug und ratsam, die Staatsgewalt das Problem anpacken und beseitigen zu lassen, ehe es Teile des Staatsvolkes, und auf sodann seine, mglw. ebenfalls nicht rechtsstaatliche Art&Weise zu tun gedenken, oder sich dazu veranlasst fuehlten.
Wehret den -schon ausufernden- Anfaengen!
ich finde Ihren Beitrag insofern unverständlich wenn nicht sogar als Hinweis darauf, daß Sie nicht verstehen, worum es hier geht. Im Artikel werden Sachverhalte wiedergegeben, die so nicht für ein Miteinander förderlich sind. Stellen Sie sich mal vor, es ziehen deutsche Clans in eine türkische Großstadt und verhalten sich auf diese Art und Weise - wie lange werden die wohl überleben? Ich bin davon überzeugt, wenn die Auseinandersetzung mit der Polizei bzw. dem Gastgeberland genauso geführt wird, daß dies zu einem Massaker führt - natürlich in der Türkei unter Einschaltung des Militärs.
Das Sie als sich als Türke mit deutschem Pass derart im Bezug auf die NPD äußern, empfinde ich eine bodenlose Frechheit uns Deutschen gegenüber. Im Gegensatz zur Türkei hat sich unser Staat zur Geschichte bekannt- der Völkermord an den Armeniern wird ja bekanntlich verneint. Und auch die Türkei hat ihre rechtsradikalen Gruppierungen - wie fast jeder andere Staat auf der Welt.
ich finde Ihren Beitrag insofern unverständlich wenn nicht sogar als Hinweis darauf, daß Sie nicht verstehen, worum es hier geht. Im Artikel werden Sachverhalte wiedergegeben, die so nicht für ein Miteinander förderlich sind. Stellen Sie sich mal vor, es ziehen deutsche Clans in eine türkische Großstadt und verhalten sich auf diese Art und Weise - wie lange werden die wohl überleben? Ich bin davon überzeugt, wenn die Auseinandersetzung mit der Polizei bzw. dem Gastgeberland genauso geführt wird, daß dies zu einem Massaker führt - natürlich in der Türkei unter Einschaltung des Militärs.
Das Sie als sich als Türke mit deutschem Pass derart im Bezug auf die NPD äußern, empfinde ich eine bodenlose Frechheit uns Deutschen gegenüber. Im Gegensatz zur Türkei hat sich unser Staat zur Geschichte bekannt- der Völkermord an den Armeniern wird ja bekanntlich verneint. Und auch die Türkei hat ihre rechtsradikalen Gruppierungen - wie fast jeder andere Staat auf der Welt.
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Die Reaktionen auf Verbrechen von Migranten erinnert mich immer an die Schulzeit:
Eine Klasse mobbt und stichelt über Jahre das schwächste Kind der Klasse. Nicht so, dass es auffällt, natürlich auch nicht alle Klassenmitglieder, die vielen kleinen Zwischenfälle merkt sich ausser dem Mobbingopfer eigentlich niemand.
Und schwups, eines Tages wundern sich alle, warum aus dem ruhigen Jungen ein gewalttätiger Schläger geworden ist, der sich geradezu irrational asozial verhält.
Liebe Deutsche: den Schaden eines sich ständig selbst bestätigenden Kreislauf von Ausgrenzung und anschließendem Vorwurf haben vor allem... Genau! Wir Deutschen.
P.S: Abschiebung löst garnichts, denn wer so viele Jahre hier gelebt hat, hat keine andere Heimat mehr und muss folglich nach einer Abschiebung alles versuchen, um wiederzukommen.
Paging