Moses Lake, Washington, 2.2.1996 Barry Loukaitis, ein Vierzehnjähriger, staffiert sich aus wie ein Revolverheld und erschießt in seiner Mathematik-Klasse der Frontier Junior High School zwei Mitschüler und einen Lehrer. Zwei weitere Schüler werden verletzt. Bevor es ihm gelingt, Geiseln zu nehmen, kann ein weiterer Lehrer ihn überwältigen. Loukaitis war als zorniges Kind aufgefallen. In seiner Familie gab es einige Fälle von seelischen Störungen. Seine Eltern hatten sich gerade scheiden lassen.

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Pearl, Mississippi, 1.10.1997 Luke Woodham, 17 Jahre, ersticht seine Mutter, nachdem er sie zuvor mit einem Baseballschläger geschlagen hat. Drei Stunden später nimmt er ein Gewehr, fährt zur Pearl High School und erschießt zwei Schülerinnen - darunter seine Ex-Freundin. Vor Gericht erklärt Woodhams Verteidigung, er sei psychisch krank.

West Paduca, Kentucky, 1.12.1997 Der vierzehnjährige Michael Carneal schießt auf die Teilnehmer einer Betstunde an der Heath High School. Drei Schülerinnen sterben, fünf weitere werden verletzt. Nach acht Schüssen legt Carneal seine Waffe auf den Boden und ergiebt sich. Anschließend erklärte, er wisse nicht, warum er es getan habe. Der schmächtige Junge war häufig Ziel von Hänseleien seiner Mitschüler gewesen. Er bekennt sich später schuldig, erklärt jedoch, er sei seelisch krank. Gerichtsgutachter bestätigen Anzeichen für Schizophrenie und Paranoia.

Jonesboro, Arkansas, 24.3.1998 Mitchell Johnson, 13 Jahre, und Andrew Golden, elf Jahre, lösen in der Westside Middle School einen Feueralarm aus und erschießen aus ihrem Versteck in einem benachbarten Wäldchen heraus vier der fliehenden Schüler und einen Lehrer. Zehn weitere Personen werden verletzt. Beide Kinder tragen militärische Tarnanzügen. Die Kinder waren als aggressiv bekannt, Johnson hatte zuvor Todesdrohungen ausgestoßen. Vor Gericht bekennt sich Johnson schuldig und entschuldigte sich. Golden plädiert auf unschuldig aufgrund mangelnder geistiger Kompetenz. Beide werden verurteilt.

Springfield, Oregon, 21.5.1998 Der fünfzehnjährige Kip Kinkel erschießt seine Eltern, fährt zur Schule und eröffnet dort das Feuer auf die Besucher der Cafeteria. Zwei Schüler sterben, 22 werden verletzt. Kinkel war am Tag zuvor verhaftet und seinen Eltern übergeben worden, weil er eine Schusswaffe mit in die Schule gebracht hatte. Er hatte vorher seinen Hass auf alle und jeden schriftlich festgehalten. Gutachter bestätigen einen Verdacht auf Schizophrenie. Aufnahmen seines Gehirns zeigen auffällige "Löcher". Kinkel selbst hatte vor der Tat notiert, er würde Stimmen hören und müsse Menschen töten.

Littleton, Colorado, 20.4.1999 Zwei Schüler der Columbine High School, Eric Haris, 18, und Dylan Klebold, 17, statten sich mit einer Reihe von Waffen und selbst gebastelten Bomben aus und töten innerhalb einer Stunde 12 Schüler und einen Lehrer. 23 Menschen werden verletzt. Dann erschießen sich die zwei Amokläufer selbst. Die Bomben explodieren zum Glück nicht. Beide Schüler waren Außenseiter, die zuvor bereits wiederholt ihren Hass auf die Welt geäußert hatten. Ihre Tat löst eine erneute Diskussion um die Wirkung von Gewalt in den Medien aus. Die Schüler hatten sich häufig mit dem PC-Spiel Doom, einem brutalen Ego-Shooter, beschäftigt. Fachleute bezweifeln jedoch einen direkten und einfachen Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Amokläufen. Die Schüler hatten offenbar unabhängig von dem Spiel erhebliche Probleme.

Santee, Kalifornien, 5.3. 2001 Charles Andrew Williams, ein Fünfzehnjähriger, erschießt zwei Mitschüler der Santana High School und verletzt 13 weitere. Williams galt als nett und ruhig, der noch immer darunter litt, dass seine Mutter die Familie zehn Jahre zuvor verlassen hatte. Seine Warnungen vor der Tat waren von seinen Mitschülern nicht ernst genommen worden.

Red Lion, Pennsylvania, 24.4. 2003 James Robert Sheets, 14 Jahre alt, erschießt den Rektor der Red Lion Area Junior High School. Danach tötet er sich selbst. Der Junge schien normal und gut angepasst und hatte Freunde. Vor der Tat sprach er jedoch davon, dass er den Lehrer nicht mochte und dass es lustig sein müsste, Waffen mit in die Schule zu bringen und jeden zu erschießen. Seine Schulkameraden hatten das für einen Scherz gehalten.

Cold Spring, Minnesota, 24.9. 2003 Ein namentlich nicht genannter 15-Jähriger erschießt einen Mitschüler an der Rocori High School und verletzt einen zweiten schwer. Ein Lehrer kann den Jugendlichen überreden, die Waffe abzugeben. Hintergründe werden nicht bekannt.

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(mcs/sueddeutsche.de)