Sie schufteten für Hungerlöhne: Die Polizei ermittelt gegen eine Bande, die chinesische Köche ausgebeutet haben soll.
Eine chinesische Schleuserbande soll jahrelang mehr als 1000 Landsleute als Spezialitätenköche nach Deutschland geholt - und dort ausgebeutet haben. Bei Razzien in Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wurden 180 China-Restaurants und Wohnungen durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittele unter anderem wegen Menschenhandels und Ausbeutung, teilte der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) mit.
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Mehr als 1000 Menschen sollen als "Spezialitätenköche" nach Deutschland eingeschleust worden sein. (© Foto: Reuters)
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Hintergrund seien Erkenntnisse, wonach mehr als zehn Jahre lang mehr als 1000 Menschen aus China als sogenannte Spezialitätenköche nach Deutschland eingeschleust wurden. Tatsächlich sollen sie in China-Restaurants hierzulande als billige Arbeitskräfte ausgebeutet worden sein.
Für die Schleuser ein einträgliches Geschäft: Mindestens zwei Millionen Euro sollen sie nach Angaben der hannoverschen Staatsanwaltschaft damit verdient haben. Die Ermittler beschlagnahmten geheime Verträge und Geld, hieß es.
Zu den Drahtziehern gehört den LKA-Angaben zufolge ein Trio von zwei Chinesen und einer Chinesin, die bereits seit März in Untersuchungshaft sitzen. Sie hatten nach Erkenntnissen der Ermittlungsgruppe in Hannover eine Firma für ihre Schleuseraktivitäten gegründet.
Für etwa 10.000 Euro bekamen die ausreisewilligen Chinesen ein gültiges Visum und einen Arbeitsvertrag. Nach ihrer Einreise in Deutschland mussten sie ihre Pässe abgeben. "Sie standen regelrecht in Schuldknechtschaft", sagte ein LKA-Sprecher.
Dann wurde ihnen eine Arbeitsstelle zugewiesen. Wer kein Koch war, wurde nach Erkenntnissen der Ermittler "ziemlich schnell angelernt". Für einen Stundenlohn von drei Euro mussten die Köche 80 bis 90 Stunden in der Woche schuften.
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- Menschenhandel Sklaven in Deutschland 14.07.2009
(dpa/AFP/fvk/dmo)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Ich bedanke mich sehr für die differenzierte Berichterstattung. Noch mals Dank auch für die Kollektivschuld aller chinesischer Restaurants in Deutschland, denn sicherlich sind wir verwandt und verschwägert und stecken alle unter einer Decke. Die Wirking des Berichts kann man ja schon an den Kommentaren wiederspiegeln. Ich bin zutiefst enttäuscht von dieser Stigmatisierung und denke daran Deutschland zu verlassen. Meine Familie ist sehr betroffen und füllt sich von den Behörden übergangen und von den Medien unschuldig angeprangert. Ersetze man das Wort Chinesen mit Schwarz, dann ist der rassisstische Unterton unüberhörbar und genau von Deutschland hätte ich mir mehr erwartet - denn man müsste doch Schlüsselworte wie Rassissmus und Kollektivschuld kennen. Über aus der Vergangenheit lernt man eben doch nicht; weder Journalisten noch Zeitungsleser.
Wer doch an meiner persönlichen Sicht der Dinge und erlebnisse der letzten Tage interessiert ist: http://blue1orchid1.wordpress.com
Ich schildere darin, wie gegen meine Familie vorgegangen ist. Wir haben schon seit Jahren keine Angestellte mehr gehabt und es ist ein reines Familienbetrieb. Meine Eltern wuren wie Schwerverbrecher behandelt; mein Vater durfte sich nicht frei bewegen - selbst auf die Toiletter durfte er nicht alleine. Alle Beweismaterialien, die wir präsentiert haben, wie z.B. scriftliche Bestätigung des Koch des vollen Lohnes, da wurde uns gesagt, dass wir ihn gezwungen hätten, diesen zu unterschreiben. Wie soll man sich da rational verteidigen? Zum Glück haben wir auch noch weitere Beweise zu unseren Gunsten: nämlich als wir unserem Koch geholfen haben, sein Erspartnes zu seiner Familie in China zu transferieren.
Das alles ändert aber nichts daran, dass uns die Kundschaft ausbleibt. Die Miete muss bezahlt werden. Die Konten sind gesperrt. Ich erwarte eine Entschuldigung für meine Familie - aber ich bin mir sicher keine zu erhalten.
Am besten die Namen der Restaurants irgendwo schon groß veröffentlichen. Der Rest erledigt sich dann von selbst, wenn niemand mehr dort hin geht.
Von Italo Mafia bis Kongo Konektion, jede organisierte Verbrecherbande der Welt hat ihr Europa HQ in DE aufgeschlagen. Die Kosten dieser Tatsache gehen Jährlich in den 2 stelligen Milliarden Bereich. Nur eine Position auf der großen Bereicherungs Rechnung...
Wieso steht im Artikel nichts über die Restaurantbesitzer? Werden diese Sklaventreiber auch belangt oder nur die Sklavenhändler?
Wenn so etwas rauskommt, ohne zu zögern ihre Restaurants schließen. Das ist neben einer Geld oder Haftsstrafe nur konsequent...